Der Wille Gottes / Prof. Dr. Laurence M. Vance, USA

Übersetzt von Georg Walter, Schömberg

Nicht nur basiert die Lehre der unwiderstehlichen Gnade auf der falschen Vorannahme der völligen Verderbtheit, sondern sie beruht auf einer weiteren ihr zugrundeliegenden Theorie. Die zugrundeliegende Theorie ist, dass Gottes Wille immer geschieht. Laut Calvinisten geschieht Gottes Wille immer, da jedes Ereignis, das geschieht, Gottes Wille ist. So kann Steven Houck sagen: „Gott wirkt souverän in allen Dingen in solch einer Weise, dass sich alle Dinge so ereignen, wie er es in seinem ewigen Ratschluss gewollt hat.“[1] Und wie wir in Kapitel 7 gesehen haben, wenn ein Calvinist darüber spricht, dass etwas Gottes Wille ist, dann meint er in Wirklichkeit Gottes Dekret. Es muss daran erinnert werden, dass Calvinisten unter Gottes Dekret ein souveränes, einmaliges, ewiges und allumfassendes Dekret verstehen. Folglich, wenn Gott alle Dinge im absoluten Sinne verordnet hat, dann kann kein Ereignis, das jemals stattfinden wird, gegen Gottes Willen sein, da „Gottes Dekret mit Gottes Willen gleichbedeutend ist.“[2]

Calvinisten unterscheiden in der Regel zwischen dem geheimen Willen und dem geoffenbarten Willen. Best bezeichnet diese beiden Arten von Willen als „Wille als Absicht“ (will of purpose) und „Wille als Anordnung“ (will of command).[3] In Übereinstimmung mit der Neigung der Calvinisten, ihre Kritiker mit theologischer Terminologie zu ermüden, wurden diese beiden Arten von Willen auch als „souveräner Wille und moralischer Wille“, „wirksamer und zulassender Wille“ und „angeordneter Wille und offenbarer Wille“ bezeichnet.[4] Pink formuliert dies mit folgenden Worten: „Der verborgene Wille Gottes ist sein ewiger, unveränderlicher, unwandelbarer Ratschluss, der alle Dinge lenkt, die er geschaffen hat, indem sie durch unwiderrufliches Wirken ihren vorherbestimmten Zweck erfüllen.“[5] Der verborgene Wille „kommt immer zustande, wird fortwährend erfüllt.“[6] Auf der anderen Seite beinhaltet der geoffenbarte Wille Gottes „nicht seinen Ratschluss und sein Dekret, sondern unsere Pflicht, nicht was Gott tun wird nach seinem ewigen Ratschluss, sondern was wir tun sollten, wenn wir Gott wohlgefallen wollen.“[7]

Gottes verborgener Wille ist, wie die Bezeichnung es zum Ausdruck bringt, verborgen, aber der Mensch ist verantwortlich, dem geoffenbarten Willen Gottes zu gehorchen, weil dieser dem Menschen tatsächlich mitgeteilt wurde.[8] In diesem Punkt – die Zweiteilung in einen geheimen und einen geoffenbarten Willen – können wir Calvinisten zustimmen, denn dieser Gedanke ist sicherlich schriftgemäß:

Was verborgen ist, das steht bei dem HERRN, unserem Gott; was aber geoffenbart ist, das ist ewiglich für uns und unsere Kinder bestimmt, damit wir alle Worte dieses Gesetzes tun“ (5Mo 29,28).

Aber wie gewöhnlich gibt es eine andere Seite des Calvinismus, die an dieser Stelle näher erörtert werden muss.

Zunächst haben Calvinisten recht, wenn sie sagen, dass Gott über einen „verborgenen Willen“ verfügt, der ausgeführt werden wird:

Der HERR der Heerscharen hat geschworen und gesagt: Fürwahr, es soll geschehen, wie ich es mir vorgenommen habe, und es soll zustande kommen, wie ich es beschlossen habe. Jesaja 14,24

… gegen welchen alle, so auf Erden wohnen, als nichts zu rechnen sind. Er macht’s, wie er will, mit den Kräften im Himmel und mit denen, so auf Erden wohnen; und niemand kann seiner Hand wehren noch zu ihm sagen: Was machst du? Daniel 4,35 (Luther 1912)

In einem gewissen Sinne „macht die Schrift eindeutig klar, dass niemand den ewigen Ratschluss und Willen Gottes vereiteln kann.“[9] Und niemand, der glaubt, was die Bibel über Gott sagt, würde dem widersprechen. Zweitens, Calvinisten haben wiederum recht, wenn sie die Auffassung vertreten, dass Gott über einen „geoffenbarten Willen“ verfügt, dem der Mensch gehorchen soll:

Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, dass ihr euch der Unzucht enthaltet. 1Thessalonicher 4,3

Seid in allem dankbar; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch. 1Thessalonicher 5,18

Das Problem mit der calvinistischen Auffassung über den Willen Gottes besteht darin, was geschieht, wenn der Mensch nicht dem geoffenbarten Willen Gottes gehorcht.

Wie viele Christen seit dem 1. Jahrhundert bis in die Gegenwart haben entweder Unzucht getrieben (1Thes 4,3) oder sind undankbar gewesen (1Thes 5,18)? Hunderte? Tausende? Offenkundig gehorcht der Mensch nicht immer dem Willen Gottes. Aber weil der Calvinist glaubt, dass Gottes Wille in seinem Dekret begründet ist und sich folglich immer erfüllt, steht die Tatsache, dass Menschen Unzucht treiben und nicht dankbar sind, überhaupt nicht im Widerspruch zu Gottes Willen. Pink erklärt:

„Gottes geoffenbarter Wille wird niemals vollkommen oder umfassend von irgendjemandem von uns erfüllt, aber sein verborgener Wille wird sich stets bis ins kleinste Detail erfüllen.“[10]

„Aber da Gott weiß, dass wir versagen, seinen geoffenbarten Willen vollkommen zu erfüllen, verordnete er seine ewigen Ratschlüsse dementsprechend, und diese ewigen Ratschlüsse, die seinem verborgenen Willen entsprechen, werden, obgleich sie uns unbekannt sind, unbewusst in und durch uns erfüllt.“[11]

So kann Beza sagen: „Nichts geschieht außerhalb des göttlichen Willens, selbst wenn gewisse Ereignisse eindeutig gegen Gottes Willen sind.“[12] Dass Unzucht und Undankbarkeit tatsächlich Ausdruck von Gottes „verborgenem Willen“ sind, sollte im Lichte dessen, was wir in Kapitel 7 in Bezug auf die calvinistische Vorstellung von Gottes allumfassenden Dekret erörtert haben, nicht überraschen.

Die Tatsache, dass Gott alle Dinge zulässt, die böse sind und seiner Natur widersprechen, führt zwangsläufig zu der Auffassung des zulassenden (permissiven) Willens Gottes. Von den meisten Calvinisten wird diese Auffassung abgelehnt und folglich in Vorherbestimmung umgedeutet: „Gott kann Dinge auf unterschiedliche Weise vorherbestimmen.  Aber alles, was geschieht, geschieht zumindest durch seine Zulassung. Wenn er etwas zulässt, muss er die Entscheidung treffen, es zuzulassen. Wenn er die Entscheidung trifft, etwas zuzulassen, dann vorherbestimmt er es in gewissem Sinne.“[13] Wir haben in Kapitel 7 gesehen, dass Calvinisten, die Gottes zulassenden Willen verneinen, Gott zum Urheber von Sünde machen. Um diesen Vorwurf zu entkräften, erkennen eine Reihe von Calvinisten den zulassenden Willen Gottes an, aber verorten ihn in Gottes Ratschluss. Dies entspricht dem Oxymoron [Formulierung aus zwei sich widersprechenden Begriffen wie etwa „schwarzer Schimmel“] der „souveränen Zulassung“. Aber dieser Widerspruch macht die Zulassung null und nichtig, den Pink erklärt, dass „Gott nur das zulässt, was seinem Willen entspricht.“[14]

Wenn ein Calvinist leugnet, dass Unzucht und Undankbarkeit wirklich Gottes Wille oder Teil seines Ratschlusses ist, dann gibt es keine andere Alternative als den zulassenden Willen Gottes. Wie anders könnte man sonst erklären, dass ein Mensch den Willen Gottes ignoriert und verwirft? Gottes Wille kann sich auf das beziehen, was Gott tut, worauf sein Wohlgefallen ruht, und auch auf das, was er zulässt. Zwischen diesen Aspekten von Gottes Willen nicht zu unterscheiden, hat dazu geführt, dass viele Calvinisten zu lächerlichen, extremen Schlussfolgerungen gekommen sind:

„Weil Gottes Wille immer getan wird, muss der Wille des Menschen sich dem souveränen Willen Gottes unterwerfen.“[15]

„Gott ist der absolut souveräne Herrscher des Himmels und der Erde, und wir sollten von ihm niemals denken, dass er etwas tun will, von dem er weiß, dass er es nicht tun wird. Sollte er anders handeln, würde dies bedeuten, dass er töricht handeln würde.“[16]

Diese beiden calvinistischen Vorstellungen – der Mensch muss immer Gottes Willen tun und Gott kann nicht wollen, was niemals stattfinden wird – muss eingehender erörtert werden, um den gründlichen Fehlschluss der Calvinisten zu entlarven.

Dass der Wille Gottes nicht zwangsläufig gleichbedeutend ist mit Gottes „Dekret“, geht aus dem hervor, was die Bibel über Gottes Willen sagt. Dem Christen ist das Gebot gegeben: „Darum seid nicht unverständig, sondern seid verständig, was der Wille des Herrn ist!“ (Eph 5,17). Dieser Wille muss geprüft werden (Röm 12,2) und von Herzen getan werden (Eph 6,6). Paulus unterwarft sich als Apostel dem Willen Gottes (2Tim 1,1) und betete für die Christen, dass sie „erfüllt werden mit der Erkenntnis seines Willens“ (Kol 1,9) und dass sie „fest stehen, vollkommen und zur Fülle gebracht in allem, was der Wille Gottes ist“ (Kol 4,12). Er brachte seinen Wunsch zum Ausdruck, dass seine Pläne „durch den Willen Gottes gelingen möchten“ (Röm 1,10). Wie Jakobus erklärte: „Stattdessen solltet ihr sagen: Wenn der Herr will und wir leben, wollen wir dies oder das tun“ (Jak 4,15). Paulus sagte in gleicher Weise:

… ich werde aber bald zu euch kommen, wenn der Herr will, und nicht die Worte der Aufgeblähten kennenlernen, sondern die Kraft. 1Korinther 4,19

Denn ich will euch jetzt nicht nur im Vorbeigehen sehen, sondern ich hoffe, einige Zeit bei euch zu bleiben, wenn der Herr es zulässt. 1Korinther 16,7

Den Willen Gottes zu tun, ist kein Automatismus. Es wird vom Menschen nicht nur eine bewusste Anstrengung gefordert, sondern diese Verse zeigen, dass es keine Gewissheit ist:

Denn wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter! Matthäus 12,50

Wenn jemand seinen Willen tun will, wird er erkennen, ob diese Lehre von Gott ist, oder ob ich aus mir selbst rede. Johannes 7,17

Die Vorstellung, der Mensch müsse stets Gottes Willen ausführen, ist ein Eckpunkt calvinistischer Lehre. Wenn Gottes Wille gleichbedeutend mit seinem Dekret ist, das er erlassen hat, und stets getan wird, dann bräuchte sich niemand (einschließlich der Apostel Paulus) Sorgen machen, ob Gottes Wille getan wird oder nicht – es könnte niemals sein, dass Gottes Wille nicht ausgeführt wird.

Die Vorstellung, dass Gott nicht wollen kann, was sich niemals ereignet, ist ein weiterer Eckpunkt calvinistischer Lehre. Aber obgleich Calvinisten sich nicht vorstellen können, dass Gott den Wunsch haben kann, dass etwas geschieht, was sich niemals ereignet, macht die Schrift deutlich, dass Gott durchaus etwas wollen kann, was sich dann nicht ereignet:

O wenn sie doch immer ein solches Herz hätten, mich zu fürchten und alle meine Gebote allezeit zu halten, damit es ihnen gut ginge und ihren Kindern ewiglich! 5Mose 5,29

Jerusalem, Jerusalem, die du die Propheten tötest und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken unter die Flügel sammelt, aber ihr habt nicht gewollt! Matthäus 23,37

Über den letzten Vers beklagt Gill: „Nichts ist in den Schriften der Arminianer verbreiteter als diese Schriftstelle.“[17] Und obgleich der Calvinist Gill richtigerweise darauf hinweist, dass es sich bei denjenigen, die Christus sammeln wollte, um diejenigen handelt, die Christus widerstanden,[18] so wie die Schriftstelle von Nicht-Calvinisten interpretiert wird,[19] bleibt die Tatsache bestehen, dass jemand in der Lage war, das, was Christus zu tun begehrte, zunichte zu machen. Folglich ist es offenkundig, dass der Mensch der Gnade in verschiedener Weise widerstehen kann. Der Mensch kann sich weigern, Gottes Gebote anzunehmen (Jer 5,3), Gottes Wort zu hören (Jer 13,10), Gott zu gehorchen (Neh 9,16), und der Mensch kann die Entscheidung treffen, das anzunehmen, was vor Gott wohlgefällig ist (Jes 65,12). Gott ruft den Menschen oft, und der Mensch weigert sich, darauf zu reagieren (Spr 1,34; Jer 7,13). Selbst Gottes erwählte Nation, Israel, verwarf ihn:

Und sie versuchten Gott immer wieder und bekümmerten den Heiligen Israels. Psalm 78,41

Aber mein Volk hat meiner Stimme nicht gehorcht, und Israel war mir nicht zu Willen. Psalm 81,12

Es ist dem Menschen möglich, „den Rat Gottes zu verwerfen“ (Spr 1,25). Die Pharisäer und Schriftgelehrten „verwarfen den Ratschluss Gottes, sich selbst zum Schaden, indem sie sich nicht von ihm taufen ließen“ (Lukas 7,30). Das Prinzip, das in der Aussage, die Jesus an Pilatus richtet, „Du hättest gar keine Vollmacht über mich, wenn sie dir nicht von oben her gegeben wäre“ (Joh 19,11), ist nicht die Frage, um die es geht. Der Mensch kann nur atmen, weil Gottes Gnade dies zulässt. Die Frage, die sich stellt, ist, ob Gott einem Menschen die Freiheit einräumt, ihm zu widerstehen.

Weil der Calvinist glaubt, dass ein Mensch immer den Willen Gottes ausführen muss, und dass Gott nicht wollen kann, was niemals stattfinden wird, gibt es insbesondere zwei Verse, die diese Auffassung in Frage stellen:

… welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. 1Timotheus 2,4

Der Herr zögert nicht die Verheißung hinaus, wie etliche es für ein Hinauszögern halten, sondern er ist langmütig gegen uns, weil er nicht will, dass jemand verlorengehe, sondern dass jedermann Raum zur Buße habe. 2Petrus 3,9

Diese Schriftstellen bringen Calvinisten derart aus dem Geleise, dass Boettner einräumt, es handle sich „wahrscheinlich um die plausibelste Verteidigung des Arminianismus.“[20] Piper bezeichnet diese beiden Verse als „arminianische Säulen, was den universellen Heilswillen Gottes angeht.“[21] R. K. Wright räumt ein, dass diese beiden Verse zu oft als „entscheidendes Gegenargument gegen den Calvinismus betrachtet werden.“[22] Aus diesen beiden Textabschnitten geht die gleiche Vorstellung hervor, jedoch aus verschiedenem Blickwinkel. In der ersten Textstelle will Gott, dass etwas stattfindet (die Errettung aller Menschen), was niemals so geschehen wird, da offenkundig einige Menschen nicht errettet werden. In der letzteren Textstelle will Gott, dass etwas nicht eintritt (dass jemand verloren gehe), was letztlich doch eintritt, da offenkundig Menschen verloren gehen.

Betrachtet man die erste Schriftstelle, ist der Kontext entscheidend für eine richtige Auslegung:

So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen Bitten, Gebete, Fürbitten und Danksagungen darbringe für alle Menschen, für Könige und alle, die in hoher Stellung sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Gottesfurcht und Ehrbarkeit; denn dies ist gut und angenehm vor Gott, unserem Retter, welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus. 1Timotheus 2,1-5

Pink besteht darauf, dass Vers 4 (welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen) „nicht lehren kann, dass Gott will, dass alle Menschen errettet werden, sonst würden alle Menschen errettet werden.“[23] Calvin betrachtet es als „kindische Illusion“, wenn man denkt, diese Schriftstelle sei ein Widerspruch zur Prädestinationslehre.[24] Wie wir im vorangegangenen Kapitel über begrenzte Sühnung sahen, wird der Begriff „alle Menschen“ durch den Kontext definiert. Aber was das calvinistische Standardargument angeht, zitieren wir Calvin selbst:

„Denn die Bedeutung der Aussage des Apostels ist einfach, dass es kein Volk und keinen Rang auf der Welt gibt, der von der Errettung ausgeschlossen ist; weil Gott will, dass das Evangelium ausnahmslos allen verkündet wird. Da die Verkündigung des Evangeliums Leben gibt, kommt er zu Recht zu dem Schluss, dass Gott alle gleichermaßen einlädt, am Heil teilzuhaben. Der gegenwärtige Diskurs bezieht sich jedoch auf Arten von Menschen und nicht auf einzelne Personen; denn sein einziges Ziel ist es, in diese Zahl Fürsten und fremde Nationen einzubeziehen.“[25]

Die meisten Calvinisten greifen auf diese Begründung „alle Menschen ohne Unterschied“ zurück.[26] Wright erklärt sogar, dass „dies seit Augustinus das bevorzugte calvinistische Verständnis dieses Verses ist.“[27] Gill jedoch interpretiert „alle Menschen“ als die Heiden, genau wie es Calvinisten mit anderen Schriftstellen  tun, wenn sie ihre Lehre der begrenzten Sühnung verteidigen wollen.[28] Aber das ändert nicht wirklich etwas am Schriftbefund, denn sonst müsste Gill dem Vers ebenfalls die Bedeutung geben „alle Heiden ohne Unterschied“, da nicht alle Heiden errettet werden. Indem der Calvinist Piper anerkennt, dass „dieses [calvinistische] Argument für die Begrenzung des universellen göttlichen Heilswillen [auf die Erwählten] Arminianer nicht überzeugen kann,“[29] bekräftigt er, dass Gott wirklich „die Welt mit tiefer Barmherzigkeit liebt, und es Gottes Wunsch ist, dass alle Menschen errettet werden.“[30] Gleichwohl, so Piper, wird dieser Wunsch von Gottes verborgenem Willen getrübt, da Gott „vor Grundlegung der Welt beschlossen hat, wen er von der Sünde erretten will.“[31] Hierbei handelt es sich um die Auffassung, die auch Spurgeon vertrat[32] und für die er von anderen Calvinisten heftig kritisiert wurde, als jemand der sich einer „grauenhaften Exegese“ schuldig gemacht habe.[33]

Wie im vorangegangenen Kapitel erörtert wurde, gibt es vier Gründe, warum sich der Ausdruck „alle Menschen“ in den Versen 1 und 4 nicht auf Arten von Menschen bezieht. Erstens, Arten von Menschen werden im Vers 2 angeführt (Könige und alle in hoher Stellung). Diese Formulierung würde keinen Sinn ergeben, wenn dies die Absicht des Paulus in Vers 1 gewesen wäre. Zweitens, „alle, die in hoher Stellung sind“ in Vers 2 ergäbe keinen Sinn, wenn die Calvinisten das Wort „alle“ so interpretieren würden wie im vorangehenden Vers. Menschen in hoher Stellung in Vers 2 sind für sich genommen eine Klasse von Menschen. Überdies, wenn der Apostel Paulus „Arten von Menschen“ gemeint hätte, hätte er ohne Weiteres die entsprechenden Worte wählen können:

Da rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Vollmacht über die unreinen Geister, sie auszutreiben, und jede [jede Art von] Krankheit und jedes [jede Art von] Gebrechen zu heilen. Matthäus 10,1

Denn jede Art der wilden Tiere und Vögel, der Reptilien und Meerestiere wird bezwungen und ist bezwungen worden von der menschlichen Natur. Jakobus 3,7

Wenn sich die Bibel auf das bezieht, was Sproul als die „Universalität der Erwählten (Menschen aus allen Völkern und Nationen)“ bezeichnet,[34] tut sie es in eindeutigen Begriffen:

Und sie sangen ein neues Lied, indem sie sprachen: Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen; denn du bist geschlachtet worden und hast uns für Gott erkauft mit deinem Blut aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen … Offenbarung 5,9

Und schließlich lösen die Versuche der Calvinisten, „alle Menschen“ in der Schriftstelle im Timotheusbrief in „alle Arten von Menschen“ umzuinterpretieren, ihr Problem ohnehin nicht. Wer auch immer diese Menschen sind, Gott will, dass sie errettet werden. Folglich, da laut Calvinisten nur die „Erwählten“ jemals errettet werden, ist es nicht hinreichend, aus „allen Menschen“ „Arten von Menschen“ zu machen – denn selbst dann müsste man die Erretteten unter den „Arten von Menschen“ ebenfalls nach calvinistischer Lehre auf die Erwählten begrenzen. Nicht alle Könige gehören automatisch zu den Erwählten. Nicht alle Arten von Menschen, die in hoher Stellung sind, zählen zu den Erwählten. Aber auch diese Argumentation ist nicht schlüssig, denn wenn es so etwas gibt wie die „Erwählten“ (nach calvinistischer Auffassung), dann werden sie im Zusammenhang mit der Begründung genannt, warum wir beten sollten, nämlich „damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Gottesfurcht und Ehrbarkeit“ (1Tim 2,2). Die Personen, die in diesem Vers mit „wir“ bezeichnet werden, sind die Erwählten und nicht „alle Menschen“.

Die Begleitstelle zu 1Timotheus 2,4 bereitet Calvinisten ebenfalls große Schwierigkeiten:

Der Herr zögert nicht die Verheißung hinaus, wie etliche es für ein Hinauszögern halten, sondern er ist langmütig gegen uns, weil er nicht will, dass jemand verlorengehe, sondern dass jedermann Raum zur Buße habe. 2Petrus 3,9

Best erklärt, dass diejenigen, die in diesem Vers Gottes „Wunsch erkennen, dass alle Menschen errettet werden,“ glauben entweder an Universalismus, oder sie leugnen das zweite Kommen Christi und glauben, dass Gott sich dem Willen des Menschen unterwerfen muss.[35] Und weil Boettner überzeugt ist, dass Gottes Wille immer geschieht und Gott nicht wollen kann, was nicht stattfinden wird, schreibt er: „Da die Schrift uns sagt, dass einige Menschen verloren gehen, kann 2Petrus 3,9 nicht bedeuten, dass Gott wirklich den Wunsch hat, jeden einzelnen Menschen zu erretten. Denn wäre es sein Wille, dass jeder einzelne Mensch errettet werden würde, dann gäbe es keine Verlorenen mehr.“[36] Clark besteht darauf, dass „Gott nicht die Errettung eines jeden Gliedes der menschlichen Rasse will. Es ist nicht sein Wille, dass ausnahmslos jeder Mensch Buße tut.“[37] Welche Personen, die Buße tun sollen, hat Gott dann im Blick? Pink antwortet: „Sein verordneter Ratschluss ist, dass alle seine Erwählten Buße tun, und sie werden Buße tun.“[38] Folgt man den meisten Calvinisten, ist Gott nicht bereit, dass nur einer der Erwählten verloren geht.[39] Aber nicht alle Calvinisten folgen der TULIP-Theologie gänzlich. Berkouwer schreibt über einen anderen calvinistischen Theologen: „Aber dann spricht er von ,allen Erwählten‘, obgleich der Text das Wort ,Erwählter‘ überhaupt nicht erwähnt.“[40] Wie wir in Bezug auf 1Timotheus 2,4 gesehen haben, gibt es eine Reihe von Calvinisten, die den „universellen Heilswillen Gottes“ akzeptieren, wie es in 2Petrus 3,9 geschrieben steht.[41] Zu diesen Calvinisten zählt Calvin selbst:

„Dies ist seine wunderbare Liebe zur menschlichen Rasse, dass er will, dass alle Menschen errettet werden, und er ist bereit, selbst denen, die auf dem Weg in die Verlorenheit sind, das Heil zu bringen. Wir müssen die Reihenfolge beachten, dass Gott bereit ist, alle Menschen zur Buße zu leiten, sodass niemand verloren gehe. Diese Worte weisen auf das Mittel der Errettung hin, und wer immer von uns die Errettung sucht, muss lernen, sie auf diesem Wege zu suchen.“[42]

Allerdings geraten Calvinisten nach einer derartigen Interpretation in Zugzwang, wie es auch der Fall ist in Bezug auf 1Timotheus 2,4, und sie müssen ihre Aussagen mit ihrer Theologie des verborgenen Willens in Einklang bringen. Demzufolge antwortet Calvin auf die Frage, warum so viele Menschen verloren gehen: „Es wird hier nichts über das verborgene Dekret Gottes gesagt, durch das die Gottlosen zu ihrem eigenen Verderben verdammt sind.“[43]

Wenn sich die Worte „gegen uns“ in 2Petrus 3,9 ausschließlich auf die „Erwählten“ beziehen, dann hat der Calvinist mehrere Probleme. Vor allem und von größter Bedeutung ist die Tatsache, dass es keine Gruppe von Menschen gibt, die als die „Erwählten“ bezeichnet werden, die nicht errettet werden. Folglich, wenn es sich bei den Menschen, die in 2Petrus 3,9 mit „uns“ bezeichnet werden, ausschließlich um die wirklich „Erwählten“ handelt, dann resultiert daraus die Absurdität, dass die „Erwählten“ in der Gefahr stehen, verloren zu gehen und demzufolge Buße tun müssen [was nach calvinistischer Lehre ausgeschlossen ist].

Zweitens, wie könnte Gott langmütig sein mit den „Erwählten“? Die „Erwählten“ können gar aus calvinistischer Sicht nicht verloren gehen, selbst wenn sie es wollten! Pink räumt sogar ein, dass sie auf jeden Fall Buße tun werden. Wenn ein allmächtiger Gott ein ewiges, souveränes Dekret verordnet, wonach die „Erwählten“ zum Heil erwählt sind, wie könnte es sein, dass sie verloren gehen? Die Worte „gegen uns“ in 2Petrus 3,9 beziehen sich auf „jedermann“ (alle Menschen). Weil die Langmut Gottes seine Wiederkunft aufhält, betrachten die Spötter dies als Hinauszögern, während die Gläubigen es als „Rettung“ (2Petrus 3,15) betrachten, denn durch dieses Hinauszögern und die Langmut Gottes, wird allen Menschen Zeit gegeben, Buße zu tun. Auch im 1Petrusbrief spricht der Apostel Petrus von Langmut: „… die vor Zeiten sich weigerten zu glauben, als Gottes Langmut einstmals zuwartete in den Tagen Noahs, während die Arche zugerichtet wurde, in der wenige, nämlich acht Seelen, hindurchgerettet wurden durch das Wasser“ (1Petr 3,20). In dieser Zeit sprach Gott: „Da sprach der HERR: Mein Geist soll nicht für immer mit dem Menschen rechten, denn er ist [ja] Fleisch; so sollen seine Tage 120 Jahre betragen!“ (1Mo 6,3). Der HERR ist langmütig gegen alle Menschen, nicht nur gegen die „Erwählten“.

Und letztlich, wenn Gott mit dem Wort „uns“ ausschließlich die „Erwählten“ meinen würde, dann würde er es ausdrücklich so formulieren, wie in Epheser 1,19: „… was auch die überwältigende Größe seiner Kraftwirkung an uns ist, die wir glauben, gemäß der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke.“ Im Widerspruch zur calvinistischen Lehre verhält es sich demnach so, dass sich etwas ereignen kann, was Gott im Grunde nicht will, da offenkundig Menschen verloren gehen.

Es sollte nun deutlich geworden sein, dass ein Mensch dem Wirken des Heiligen Geistes widerstehen kann. Dies wird in der Rede des Stephanus vor dem Hohen Rat klar: „Ihr Halsstarrigen und Unbeschnittenen an Herz und Ohren! Ihr widerstrebt allezeit dem Heiligen Geist; wie eure Väter, so auch ihr!“ (Apg 7,51). Tom Ross beklagt: „Die Arminianer betonen, dieser Vers lehre, dass Menschen der Kraft des Heiligen Geistes widerstehen können und dass sie der Kraft des Heiligen Geistes tatsächlich widerstehen, was die Errettung angeht.“[44] Clark verzerrt die theologische Auffassung seiner Kontrahenten und gibt sie falsch wieder: „Dieser Vers sei mit der unwiderstehlichen Gnade unvereinbar, und daher könne man daraus folgern, dass der Mensch über die Fähigkeit verfügt, sich selbst zu bekehren.“[45] Van Baren interpretiert Apostelgeschichte 7,51 in einer Weise, die befremdlich und zugleich irreführend ist:

„Folgt nicht daraus, dass Gottes Gnade letztlich doch widerstanden werden kann? Weitere Schriftstellen scheinen dies offenbar zu bestätigen. Aber erinnern wir uns daran: In Apostelgeschichte 7 spricht Stephanus zu Juden und nimmt Bezug auf die Worte, die die Propheten in der Vergangenheit an die Juden gerichtet haben. Indem sie diesen Worten der Propheten widerstanden, widerstanden sie dem Heiligen Geist. Wie taten sie dies? Der Heilige Geist offenbarte heiligen Männern – den Propheten und Aposteln – Gottes Wort. Der Heilige Geist benutzt Diener des Wortes, um das Wort Gottes in allen Zeitaltern zu verkünden: den Juden im Zeitalter des Alten Testaments, und jedem Stamm und jeder Nation im Zeitalter des Neuen Testaments. Und was tun diejenigen, die das Wort hassen? Sie widerstehen, sie rebellieren, sie spotten. Sie nehmen diejenigen, die der Heilige Geist gebraucht, um Gottes Wort zu verkündigen, und töten sie. Über dies spricht Stephanus. Er sagt ihnen nicht, dass der Heilige Geist Gottes allen Menschen gegeben ist, um sie zur Buße zu leiten – und viele widerstanden. Gewiss nicht. Sondern die Menschen widerstanden dem Heiligen Geist, als sie den heiligen Männern widerstanden, die der Heilige Geist gesandt hatte.“[46]

Wäre es nicht einfacher gewesen zu sagen, dass Stephanus nicht die Wahrheit sagt? Nachdem der Calvinist Beck bspw. einräumt, dass der Gnade Gottes widerstanden werden kann, fügt er in den Bibeltext das Wort „erfolgreich“ (succesfully) ein [Ihr widerstrebt allezeit erfolgreich dem Heiligen Geist], um die Tatsache zu verschleiern, dass dem Heiligen Geist widerstanden werden kann.[47]

Der Calvinist kann sich nicht vorstellen, dass Gott etwas will, was sich nicht ereignen wird [die Errettung aller Menschen], und er kann sich nicht vorstellen, dass ein Mensch Gott widersteht. Wir haben im Kapitel über die totale Verderbtheit gesehen, dass Calvinisten glauben, dass der Mensch unfähig sein muss, das Heil anzunehmen oder es zu verwerfen, damit Gott verherrlicht wird. Aufgrund dieser Auffassung unterstellen Calvinisten ihren Kontrahenten, sie hätten ein verächtliches Gottesbild:

„Wenn Gottes Gnade erfolgreich widerstanden werden kann, dann kann Gott überwunden werden.“[48]

„Gott ist nicht allmächtig, wenn ihm widerstanden und er verworfen werden kann.“[49]

„Wenn jeder Mensch über einen freien Willen verfügt, der stark genug ist, Gott in der Heilsaneignung zu widerstehen, was würde diesen Menschen daran hindern, die Entscheidung zu treffen, dem Willen Gottes zu widerstehen, wenn er im Jüngsten Gericht vor dem großen weißen Thron steht, um verdammt zu werden?[50]

Laut Bibel kann der Gnade Gottes und dem Heiligen Geist nicht nur widerstanden werden, sondern sie kann auch verworfen werden (Gal 2,21), geschmäht werden (Hebr 10,29), vergeblich empfangen werden (2Kor 6,1), man kann aus der Gnade fallen (Gal 5,4), man kann die Gnade versäumen (Hebr 12,15), und man kann die Gnade in Zügellosigkeit verkehren (Judas 4). Es ist so einfach, wie Arminius einmal sagte: „Gnade ist kein allmächtiger Akt Gottes, dem der Mensch mit seinem freien Willen nicht widerstehen kann.“[51]

Wenn man Calvinisten mit klaren Schriftaussagen konfrontiert, die zeigen, dass der Mensch Gott widerstehen kann, erfinden sie neue Facetten ihrer TULIP-Theologie, die eine verwirrende Terminologie hervorbringen: das theologische System von zwei Arten von Ruf (Berufung) – ein (allgemeiner) Ruf, dem die „Nicht-Erwählten“ widerstehen, und ein (wirksamer) Ruf, den die „Erwählten“ unwiderstehlich annehmen müssen. Aus diesem Grund kann Ness erklären, dass die Juden in Apostelgeschichte 7,51 lediglich „der Verkündigung des Evangeliums (im Sinne eines äußeren Rufes der Gnade)“ widerstanden haben.[52] Also handelt es sich bei der Verkündigung des Stephanus in Apostelgeschichte 7 lediglich um den äußeren Ruf; der innere (wirksame) Ruf der unwiderstehlichen Gnade sei in diesem Zusammenhang gar nicht erfolgt. Und so kommt der Calvinist Ross zu dem Schluss: „Auf was sich Stephanus bezog, war das Widerstehen in Bezug auf den allgemeinen Ruf Gottes zur Buße [der äußere Ruf], nicht jedoch das Widerstehen in Bezug auf den wirksamen Ruf zum Heil.“[53]

Mit freundlicher Genehmigung von Laurence M. Vance.

Siehe auch: Laurence M. Vance, Der wirksame Ruf.

URL: https://www.apologia.info/der-wirksame-ruf-laurence-m-vance/

Laurence M. Vance, The Other Side of Calvinism, Vance Publications, Orlando, Fifth Printing, 2014, S. 479-490.

[1] Houck, Bondage of the Will, S. 2.

[2] Mell, Predestination, S. 53.

[3] Best, Free Grace, S. 6.

[4] John Piper, „Are There Two Wills in God? Divine Election and God`s Desire for All to be Saved“, in Schreuner and Ware, eds., The Grace of God, the Bondage oft he Will, S. 109.

[5] Pink, Sovereignity, S. 244.

[6] Ebd.

[7] Ebd.

[8] Best,  Free Grace, S. 6; Pink, Sovereignity, S. 243.

[9] Houck, Bondage of the Will, S. 2.

[10] Pink, Souvereignity, S. 244.

[11] Ebd., S. 246.

[12] Theodore Beza, quoted in <muller, Christ and the Decree, S. 86.

[13] Sproul, Chosen by God, S. 26.

[14] Pink, Sovereignity, S. 243.

[15] Houck, Bondage of the Will, S. 3.

[16] Boettner, Reformed Faith, S. 19.

[17] Gill, God and Truth, S. 28.

[18] Ebd.

[19] Fitch, S. 53.

[20] Boettner, Reformed Faith, S. 19.

[21] Piper, Two Wills, S. 107.

[22] Wright, S. 168.

[23] Pink, Sovereignity, S. 104.

[24] Calvin, Commentaries, vol. 10, S. 208.

[25] Ebd., S. 208-209.

[26] Boettner, Reformed Faith, S. 20; Jewett, S. 104.

[27] Wright, S. 171.

[28] Gill, God and Truth, S. 51.

[29] Piper, Two Wills, S. 108.

[30] Ebd., S. 130.

[31] Ebd.

[32] Iain Murray, Hyper-Calvinism, S. 149-150.

[33] „Not So Sure With Mr. Spurgeon“, in Williams and North, S. 25.

[34] Sproul, Chosen by God, S. 206.

[35] W. E. Best, God`s Longsuffering is Salvation, Houston, W. E. Best Book Missionary Trust, S. 27.

[36] Boettner, Reformed Faith, S. 19.

[37] Gordon H. Clark, New Heavens, New Earth, second ed., Jefferson, The Trinity Foundation 1993, S. 231.

[38] Pink, Sovereignity, S. 207.

[39] Garner Smith and Jimmie B. Davis, in „The Berea Baptist Banner Forum“, The Berea Baptist Banner, 5. Oktober 1997, S. 190, 193; Best, God`s Longsuffering, S. 29.

[40] Berkouwer, S. 238.

[41] Piper, Two Wills, S. 108; Custance, S. 152, 166; Gill, God and Truth, S. 62; John Murray and Ned B. Stonehouse, The Free Offer of the Gospel, S. 21-22.

[42] Calvin, Commentaries, Vol. 12, S. 364.

[43] Ebd.

[44] Tom Ross, Abondened Truth, S. 184.

[45] Clark, Predestination, S. 139.

[46] Van Baren, Irresistible Grace, S. 76.

[47] Beck, S. 42.

[48] Ebd., S. 39.

[49] Spencer, Tulip, S. 48.

[50] Tom Ross, Abandoned Truth, S. 56.

[51] Works of Arminius, Vol 1, S. 525.

[52] Ness, S. 98.

[53] Tom Ross, Abandoned Truth, S. 184.

2021-04-28T15:26:27+02:00