Stellungnahme zur Corona-Impfung / Christoph Leinweber

Stellungnahme zur Corona-Impfung

Christoph Leinweber

22.09.2021

Ich bin davon überzeugt, dass bestimmte biblische Aussagen, selbst wenn sie lediglich als historischer Bericht vorliegen und in eine bestimmte Situation hineingeschrieben wurden, auch uns Christen heute als präzise Handlungsanweisungen dienen. Dies kann man durch die sogenannte Kontextualisierung erkennen, wenn also der berühmte rote Faden, der biblische Gesamtkontext, erkennbar und / oder die Aussage durch weitere Bibelstellen inhaltlich bestätigt wird.

Exemplarisch dafür möchte ich Matthäus 18,15 anführen:

„Wenn aber dein Bruder an dir gesündigt hat, so geh hin und weise ihn zurecht unter vier Augen. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen.“

So übersetzt es Schlachter, während Luther und Elberfelder das „an dir“ nicht verwenden.

Ich weiß nicht, wie es im Ausgangstext steht, bin kein Altsprachenkenner. Wenn ich jedoch davon ausgehe, dass dieses „an dir“ in irgendeiner Form dort vorhanden ist, muss man zunächst zugrunde legen, dass es hier lediglich um eine Sünde zwischen zwei Gläubigen geht.

Damit wäre jedoch der Fall nicht abgedeckt, wenn besagte Sünde beispielsweise an Dritten oder „nur“ gegenüber den biblischen Geboten begangen wurde.

Ich bin aber unabhängig von der Frage nach der korrekten Übersetzung sicher, dass das hier genannte Prinzip – zuerst unter vier Augen, dann vor einigen Zeugen, schließlich vor der ganzen Gemeinde – generell die vernünftigste und sinnvollste Möglichkeit darstellt, mit Verfehlungen umzugehen.

Aufgrund der von mir nicht eindeutig erklärbaren Unterschiede in den Übersetzungen stellt dies vielleicht ein leicht hinkendes Beispiel dar; ich denke jedoch, das Prinzip ist verständlich. Darüber hinaus sind die nachfolgenden und auf den Umgang mit dem Corona-Virus bezogenen Annahmen eindeutiger.

So lesen wir in Jeremia 29,7:

„Und sucht den Frieden der Stadt, in die ich euch [gefangen] weggeführt habe, und betet für sie zum HERRN; denn in ihrem Frieden werdet [auch] ihr Frieden haben (Schlachter, Elberfelder)!“

Oder

„Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn’s ihr wohlgeht, so geht’s euch auch wohl (Luther).“

Am stärksten eingeprägt hat sich uns sicherlich die Version Luthers; die Aufforderung, der Stadt Bestes zu suchen, ist gewissermaßen zu einem geflügelten Wort – teilweise nicht nur unter Christen – geworden.

Nun ist dies aber tatsächlich als konkrete Handlungsanweisung an konkrete Adressaten in einer konkreten, ganz besonderen Situation hineingeschrieben. Kann man die Aufforderung also guten Gewissens als eine universelle Handlungsanweisung an den Christen von heute verstehen?

Ja, man kann – wiederum durch die Kontextualisierung, die uns doch unzweifelhaft aufträgt, im Rahmen der Nächstenliebe alles dafür zu tun, dass es unseren Mitmenschen wohl ergeht. Es wird hier letztlich ein allgemeingültiges Prinzip in leicht verständliche und einprägsame Begriffe gekleidet, ähnlich wie die Flüchtlingspolitik Angela Merkels seit Jahren – beinahe alternativlos … – in drei dürren Worten zusammengefasst wird.

Somit wäre ein Grundprinzip für den Umgang mit Corona schon einmal klar, nämlich dass Christen den eindeutigen Auftrag haben, durch größtmögliche Rücksicht gegenüber den Mitmenschen dafür zu sorgen, dass diese Pandemie möglichst geringe Schäden – ob direkt oder kollateral – anrichtet.

So weit – so klar!

Oder?

Dies führt unweigerlich zu den zwischenzeitlich am meisten umstrittenen Aspekten der Coronakrise, nämlich den Schutzmaßnahmen.

Diese sind oftmals vehement als unverhältnismäßig, überzogen oder gar absurd bezeichnet worden. Teilweise war das sogar berechtigt, wenngleich die Kritiker in den meisten Fällen nicht berücksichtigt haben, dass jede einzelne Maßnahme einem Abwägen zwischen dem Lebens- und Gesundheitsschutz auf der einen sowie der Aufrechterhaltung des wirtschaftlichen und sozialen Lebens auf der anderen Seite entspringt – ein Spagat mithin, den ein Mensch schlechterdings überhaupt nicht bewältigen kann.

Dadurch kam und kommt es in vielen Fällen zu einem inkonsequenten Flickenteppich an Maßnahmen und Einschränkungen, bei denen ein einziges fehlendes Glied in der Kette die Wirkung aller anderen zunichtemachen kann. So beispielsweise bei den Schulen, wo alles Mögliche unternommen wurde und wird, um die Verbreitung des Virus einzudämmen, während die Verkehrsbetriebe nichts Eiligeres zu tun hatten, als anlässlich der Änderungen beim Präsenzunterricht die Anzahl der eingesetzten Busse zu reduzieren – was zwangsläufig dazu führte, dass AHA-Regeln konterkariert wurden.

Auf der anderen Seite jedoch müssen sämtliche Schutzmaßnahmen als Sandsack-Prinzip verstanden werden: einer allein wird die Flut nicht aufhalten, es braucht eine Menge von Säcken, von denen jeder einen Teil beiträgt.

In diesem Zusammenhang muss übrigens an dieser Stelle einmal in aller Deutlichkeit klargestellt werden, dass Deutschland, was die Opferzahlen, die Kollateralschäden, die wirtschaftlichen Verwerfungen etc. anbelangt, vergleichsweise sehr gut durch die Pandemie gekommen ist. Das zeigen sämtliche entsprechenden Kennzahlen, und das sollte bei allen Fehlern der Regierenden und wahltaktischen Manövern, die eindeutig Menschenleben gekostet haben, auch anerkannt werden!

Dies reiht sich übrigens ein in herausragende deutsche Leistungen der letzten Jahre und Jahrzehnte, beispielsweise die einzigartige Bewältigung der Deutschen Einheit, für die uns ganz Korea bewundert und beneidet, oder der Finanzkrise in den Nullerjahren. Selbstverständlich sind hierbei auch große Fehler begangen worden und es hat Opfer gegeben, aber mir ist in der Geschichte der Menschheit kein einziger Fall bekannt, wo dies bei solch großen Projekten nicht so war.

Auch hier, und ganz besonders im Augenblick, wo kritisch auf Merkels Kanzlerschaft zurückgeblickt wird, passt ein Bibel-, ein Jesu-Wort gar, nämlich das vom Propheten im eigenen Land. Deutschland funktioniert holprig, aber im Vergleich zu allen anderen Ländern doch ziemlich gut. Wir brauchen hier keine AfD, zumindest keine, die sich so darstellt und gebärdet wie die, die wir haben!

Ende Exkurs und zurück zum Thema:

Für den Fall, dass die vorgenannten Ausführungen von einigen nicht geteilt werden, stellt sich unabhängig von deren Einstellung die Frage, wie man als Christ mit dem Thema umgehen soll, also vor allem dann, wenn man bezüglich der Gefährlichkeit des Virus und der Notwendigkeit der Schutzmaßnahmen gänzlich anderer Ansicht ist.

Gibt es auch für diesen Fall eine Handlungsanweisung an alle Christen, egal ob Leugner oder Mahner, Maßnahmenkritiker oder –befürworter?

Oh ja! Sogar mehrere:

In 1. Korinther 6,7 heißt es in bezug auf Rechtsstreitigkeiten:

„Warum lasst ihr euch nicht lieber Unrecht tun? Warum lasst ihr euch nicht lieber übervorteilen?“

Aus dem Kontext wird deutlich, dass sich diese Ermahnung auf Probleme unter Gläubigen bezieht. Können wir deshalb unterstellen, dass dieses Prinzip auch gelten sollte, wenn unser Kontrahent kein Christ ist?

Schauen wir in der Bergpredigt nach – es gibt gerade zu diesem Thema noch unzählige Stellen mehr, aber ich denke, erstens wissen wir das alles ohnehin, zweitens reichen die zitierten Bibelworte zur Veranschaulichung sicherlich aus:

„Ich aber sage euch: Ihr sollt dem Bösen nicht widerstehen; sondern wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, so biete ihm auch die andere dar; und dem, der mit dir vor Gericht gehen und dein Hemd nehmen will, dem lass auch den Mantel; und wenn dich jemand nötigt, eine Meile weit zu gehen, so geh mit ihm zwei (Matthäus 5,39-41).“

Nun, ich denke, hier wird unzweifelhaft deutlich, wie man sich als Christ verhalten sollte, und zwar unabhängig vom Glaubensbekenntnis unseres jeweiligen Gegenübers, oder nicht?

Und heißt das nicht in aller Eindeutigkeit, dass wir, wenn Herr Spahn uns demnächst auffordern sollte, wegen der gerade neu aufkommenden Corona-Variante „My“, die ganz besonders gefährlich sein soll, künftig eine Meile Abstand zu unserem Nebenmann zu halten, aufgrund unseres besonderen Status als Christen und Jesus-Nachfolger eben – sinnbildlich – eher zwei Meilen Abstand halten sollten?

Könnte das, was wir in dieser Pandemie zu tun haben, noch klarer sein?

Mindestens das tun, was verlangt wird, eher mehr („zwei Meilen statt einer“; „Hemd und Hose“)!

Dabei zur Not auch persönliche Nachteile in Kauf nehmen („übervorteilt“)!

Sind wir uns einig?

Kommen wir nun zum derzeit am heißesten diskutierten Thema, der Impfung.

Auch hier gibt es meines Erachtens ganz eindeutige biblische Aufforderungen, und zwar gleich mehrere.

Bekanntlich lahmt in Deutschland das Impftempo seit einiger Zeit; dies liegt auf der einen Seite an Ängsten der Bevölkerung, auf der anderen an den militanten Impfgegnern, die sich, nachdem sie als Coronaleugner begannen und das Virus für eine Art Grippe hielten, aus falschem Stolz ihren Irrtum nicht eingestehen wollten und sich deshalb andere Betätigungsfelder suchten. Sie kritisierten die Schutzmaßnahmen, leugneten das Präventionsparadoxon – also die Pandemieopfer, die es aufgrund deren nicht gegeben hat –, erwiesen sich plötzlich auch als Rechtsgelehrte („Entzug der Grundrechte!“) und mutieren nun sogar zu Pharmaexperten.

Zu dieser beschriebenen zweiten Gruppe muss man nicht mehr viel sagen. Sie werden aus besagtem falschem Stolz heraus auch weiterhin an allem herumkritteln und gegen alles sein. Ist halt nicht so einfach, in einer Schamkultur, zu der auch unsere westliche Gesellschaft mittlerweile geworden ist, die Größe zu besitzen, Fehler einzugestehen.

Dass dies gerade und insbesondere auch Christen tun, ist eine sehr traurige Entwicklung, denn es zeigt, dass sie das Prinzip von Bekenntnis und Vergebung nicht verstanden haben. Was wiederum die Frage aufwirft, ob sie es in bezug auf ihr Seelenheil ebenfalls nicht verinnerlicht haben – was fatal wäre!

Wenden wir uns aber der ersten Gruppe zu – den Ängstlichen.

Zunächst einmal ist es vollkommen verständlich, dass eine Impfstoffentwicklung, die unter derart großem Druck und vermeintlich in so kurzer Zeit geschieht, Unsicherheit weckt.

Allerdings ist bereits der Verweis auf die kurze Zeit falsch. Dazu später mehr.

Zuerst wollen wir ein weiteres biblisches Wort dahingehend untersuchen, ob es auf unsere Situation passen könnte.

Paulus fordert die Thessalonicher auf:

„Prüft alles, das Gute behaltet (1. Thessalonicher 5,21)!“

Von den Beröern wiederum heißt es:

„… und sie forschten täglich in der Schrift, ob es sich so verhalte (Apostelgeschichte 17,11b).“

Auch hierzu gibt es diverse weitere Stellen, die dasselbe aussagen.

Im Epheserbrief werden die Adressaten aufgefordert, zu prüfen, „was dem Herrn wohlgefällig ist“.

Im Ersten Johannesbrief wird angemahnt, „die Geister zu prüfen, ob sie aus Gott sind“.

Im Buch Maleachi fordert Gott sogar auf, Ihn selbst zu prüfen!

Es ist deshalb wohl nicht vermessen zu sagen, dass wir Christen wirklich alles, was vor uns kommt, prüfen sollen. Genaugenommen tun wir das auch: wir nehmen eine Information auf und bilden uns eine Meinung.

Gerade hier liegt aber das Problem – genauer gesagt sind es sogar zwei Probleme.

Erstens stellt sich die Frage, woher und wie und in welchem Umfang wir unsere Informationen beziehen. Dies ist in der heutigen Medienlandschaft viel leichter als noch vor einigen Jahrzehnten, gleichzeitig jedoch auch viel schwerer, komplexer und anspruchsvoller. Wir benötigen hierfür das, was man Medienkompetenz nennt, um von der Vielfalt des Informationsangebots nicht überrollt zu werden und uns ein umfassendes Urteil bilden zu können.

Einer der wichtigsten Aspekte ist die jeweilige Quelle. Wer ist sie, welche Gesinnung hat sie, was beabsichtigt sie usw.

Ebenso wichtig ist die Absicherung durch mehrere Quellen. Wird das, was Quelle X behauptet, durch Quelle Y bestätigt oder nicht?

Ebenso entscheidend ist die Art der Information – analog zu der Frage, in welcher Form beispielsweise biblische Berichte vorliegen; man denke an die Psalmen, die Sprüche oder das Buch Hiob etc. Werden Fakten wiedergegeben oder eine persönliche Meinung oder womöglich eine Mischung aus beiden?

Stellt man diese Fragen bei den Themen, die im Augenblick wichtig sind, wird man sich relativ leicht ein sehr gutes Bild von der tatsächlichen Situation machen können.

Bezogen auf Corona und die aus Kritikersicht abzulehnenden „Mainstreammedien“ bedeutet das beispielsweise, dass die Fakten, also die Sterbefälle, die Inzidenz, die Hospitalisierung, die Impfquote etc. mit großer Sicherheit wahrheitsgemäß wiedergegeben werden. Man kann sich – aus menschlicher Sicht, dazu im nächsten Absatz mehr – darauf verlassen, dass sie stimmen. Und man kann es auch immer anhand verschiedener Medien gegenprüfen; Abweichungen wird man dabei nicht finden, es sei denn, es handelt sich um Tipp- oder Übermittlungsfehler.

Einschub: Gerade heute erreichte mich eine Nachricht, in der mir jemand mitteilte, der Herr habe ihm gezeigt, dass hier etwas Großes losgetreten worden sei, und dadurch sein eigenes „prophetisches Puzzle“ vervollständigt.

Nun, jeder, der solche Ansichten vertritt, sollte sich in bezug auf die Corona-Pandemie darüber im Klaren sei, dass dieses „Große“ zwangsläufig bedeuten würde, dass weltweit abertausende Menschen, Regierungen, Behörden und Institutionen perfekt choreografiert zusammenarbeiten müssten, und das Tag für Tag, um der Menschheit auf globaler Basis Sand in die Augen zu streuen. Dabei müssten alle mitspielen, und alle müssten dichthalten.

Wie sagte (angeblich) Benjamin Franklin:

„Drei Menschen können ein Geheimnis bewahren, wenn zwei von ihnen tot sind!“

Nun ja.

Ich denke, wir sind uns alle einig darin, dass Menschen allein etwas so „Großes“ niemals vollbringen könnten.

Dass es der Teufel könnte, wäre da schon eher möglich.

Allerdings würden eine teuflische Verschwörung, egal ob die Verblendung die Leugner oder die Mahner trifft, doch unweigerlich diejenigen Christen, die mit der Gabe der Unterscheidung der Geister gesegnet sind, entlarven, oder? Ich denke, so ist es immer gewesen, dass es Gläubige gab, die den Durchblick behalten und die Dinge korrekt eingeordnet haben.

Wie jedoch finden wir heraus, in welchem Lager nun die Christen mit Durchblick sitzen, wenn doch beide Parteien sich im Recht und sogar die Bibel auf ihrer Seite wähnen?

Wie wäre es mit dem Verhalten derjenigen? Macht der das Richtige, der sich nicht an die Maßnahmen hält und die Entscheider attackiert, oder vielleicht doch eher der, der im Sinne der hier genannten biblischen Aufforderungen handelt?

Einschub Ende.

Und tatsächlich ist es so, dass, man lese und staune, selbst die Bild-Zeitung nur höchst selten Gegendarstellungen oder Entschuldigungen drucken muss, weil man Falsches dargestellt hat.

Anders sieht es aus, wenn ein Korrespondent Fakten dazu nutzt, diese in ein bestimmtes Verhältnis zu stellen, und dadurch seine eigene Meinung über die Situation zum Ausdruck bringt.

Beispielsweise wenn er darüber philosophiert, dass neunzigtausend Tote weniger als zehn Prozent der jährlichen Gesamtsterblichkeit ausmachen und demzufolge gar nicht so sehr ins Gewicht fallen. Somit hat er keine falschen Fakten genannt, aber beim Leser oder Hörer womöglich etwas ausgelöst – und ihn letztlich manipuliert.

Genau das ist es, wofür besagte Bild-Zeitung bekannt ist. Mit aufsehenerregenden Schlagzeilen versucht sie, den unbedarften Leser in irgendeine Ecke zu führen – und es gelingt ihr viel zu oft!

Ähnlich ist es bei den Öffentlich-Rechtlichen Medien, wobei der Anteil der nüchtern gemeldeten Fakten den der manipulierten Meinung bei weitem überwiegt. Natürlich gibt es bestimmte Magazine, bei denen man nie so genau weiß, wo sie einen mit ihrer Berichterstattung hinführen wollen.

Wer sich jedoch beispielsweise die Talkshows der letzten anderthalb Jahre, allen voran Markus Lanz, angeschaut hat, wird festgestellt haben, dass dort durchaus massiv über den richtigen Umgang mit der Pandemie gestritten wird, während die Gefährlichkeit des Virus von keinem Experten bestritten wird – und dass gerade die sogenannten alternativen Experten, nennen wir exemplarisch Streeck oder Kekulé, etwas ganz anderes sagen, als es verkürzt auf der Titelseite der Bild dargestellt wird.

So hat gerade Streeck in den letzten Monaten mehrfach ausdrücklich betont, dass der Lockdown richtig und unvermeidbar sei, während er bis heute von den Maßnahmengegnern als Kronzeuge für die gegenteilige Ansicht herangezogen wird, weil er vor sehr langer Zeit – aber auch in einem bestimmten Zusammenhang, der ebenfalls der didaktischen Reduktion zum Opfer fiel – unter anderem gesagt hat, wir müssten lernen, mit dem Virus zu leben.

Zurück zum Bibelwort:

Sind wir uns wiederum einig, dass wir Menschen und insbesondere wir Christen alles gründlich prüfen sollen, was uns vorgesetzt wird?

Gut!

Dann – weil es gerade im Moment von entscheidender Wichtigkeit ist – nachstehend einige Informationen zur Impfung:

Kurze Entwicklungszeit

Erstens wird an den entsprechenden Impfstoffen bereits seit Jahrzehnten geforscht, weshalb man sich bereits an vorliegenden Erkenntnissen orientieren konnte.

Zweitens hat man bei der Entwicklung mehrere, normalerweise aufeinanderfolgende Schritte gleichzeitig durchgeführt. Das heißt, man hat Schritt zwei und drei bereits losgetreten, als Schritt eins noch am Laufen war. Das Risiko, dass bei Schritt eins etwas schiefgeht, was zwei und drei obsolet machen würde, hat man dabei in Kauf genommen.

Drittens hat man die Dokumentation und das Prüfverfahren gestrafft. Was man sonst nach abgeschlossenen Entwicklungsschritten komplett zur Prüfung gegeben hat, schickte man jetzt in kleinen Teilschritten zu den Beurteilern.

Das alles sind, wenn man sich ein wenig in Projektmanagement auskennt, völlig normale Vorgehensweisen, wenn Zeitdruck herrscht.

Sicherheit und Langzeitschäden

Hier gibt es bereits das erste Missverständnis, dem auch ich selbst anfangs aufgesessen bin:

Die sogenannten Langzeitfolgen heißen nicht so, weil sie erst nach langer Zeit auftreten, sondern weil sie eben lange dauern können.

Auftreten werden Impfkomplikationen, das zeigt die gesamte Geschichte der Impfungen, so gut wie immer in den ersten Wochen, höchstens wenigen Monaten nach der Impfung. Es gibt hier einen eklatanten Unterschied zu normalen Medikamenten, die ja üblicherweise auch eher regelmäßig eingenommen werden.

Bei der Schweinegrippe gab es als größere Komplikation Fälle von Schlafkrankheit. Insgesamt waren es etwa 1.300 bei mindestens dreißig Millionen Impfungen. Man hat später herausgefunden, dass die Personen, welche die entsprechende genetische Disposition für diese Krankheit hatten, nicht unter den Testprobanden gewesen waren.

Um dies zu verhindern, hat man bei Corona dem Vernehmen nach nicht nur länger getestet als üblich, sondern auch einen deutlich größeren Personenkreis.

Natürlich kann es trotzdem passieren, dass man irgendeine Gruppe nicht erwischt, die sich dann im Nachgang als anfällig für eine schwere Komplikation erweist. Allerdings würde dies sich unweigerlich zeigen, sobald eine repräsentative Anzahl Menschen erfasst ist. Und bei derzeit mindestens sechs Milliarden verabreichter Impfdosen liegt die Wahrscheinlichkeit, irgendeine spezielle Disposition übersehen zu haben, nahe Null.

In Deutschland sind derzeit 1.254 Todesfälle nach der Impfung bekannt; als ursächlich für den Tod wird die Impfung laut Paul-Ehrlich-Institut in 48 Fällen angenommen, davon sind wiederum 31 Thrombosen.

In allen anderen Fällen geht man davon aus, dass die Impfung nicht im Zusammenhang mit dem Tod steht, sondern der jeweilige allgemeine Gesundheitszustand der geimpften Person der Auslöser war.

Interessant an diesem Aspekt ist die Tatsache, dass die Leugner teilweise bis heute die Todesursache Corona infrage stellen und am liebsten in „mit bzw. in Anwesenheit von Corona“ umdeuten möchten. Bei den Sterbefällen Geimpfter jedoch war es ausschließlich das Teufelszeug von Biontech und AstraZeneca. Nicht der einzige Fall, bei dem sich ihre „Argumentation“ selbst widerspricht.

Den genannten Verdachtsfällen gegenüber steht die gigantische Zahl von mittlerweile über hundert Millionen verabreichter Impfungen in Deutschland.

Somit ist die Wahrscheinlichkeit, dass mir eine Coronaimpfung nachhaltigen Schaden zufügen könnte, ebenfalls schlichtweg verschwindend gering.

Dabei ist mir klar, dass Wahrscheinlichkeiten nicht weiterhelfen, wenn man vom Blitz getroffen wird – oder im Lotto gewinnt.

Aber ein Abwägen muss sein, und genau hier zeigt sich ein großes Dilemma. Denn während die Impfskeptiker konkrete Furcht vor der Impfung haben, empfinden sie diese augenscheinlich nicht in gleichem Maße vor dem Virus selbst. Dabei gab es bereits vor Monaten lediglich eine einzige Gruppe, bei der das Impfrisiko statistisch höher war als das Risiko, schwer an Covid zu erkranken. Das waren die Allerjüngsten, bei denen aufgrund der sozialen Gegebenheiten überdies das geringste Ansteckungsrisiko bestand. Die Universität Cambridge hatte dazu ein Berechnungswerkzeug entwickelt. Mittlerweile, nachdem der Impfturbo zwischenzeitlich in Fahrt genommen war, hat sich auch diese einzige Gruppe längst erledigt.

Unterstrichen wird das durch eine interessante Meldung, die sich auf eine weitere Impfkomplikation, nämlich die Herzmuskelentzündung (Myokarditis) bei bestimmten Jugendlichen bezieht. Es wurde nämlich ermittelt, dass infizierte Jugendliche ein sechsmal höheres Risiko hatten, an Myokarditis zu erkranken, als geimpfte!

Aufgrund der vorgenannten Fakten – die übrigens überall nachzulesen sind – sollte zweifelsfrei klar sein, dass es kein rationales Argument gegen die Impfung geben kann.

Deshalb würde ich lediglich für zwei Gruppen Verständnis aufbringen, falls diese sich nicht impfen lassen:

Erstens natürlich für diejenigen, die sich aus konkreten medizinischen Gründen nicht impfen lassen dürfen. Tatsächlich haben wir es bei der Impfung unserer Kinder erlebt, dass eine kurz vor ihnen geimpfte Frau zusammenklappte und entweder der Kreislauf oder eine allergische Reaktion vermutet wurde. Wobei das allerdings kein schwerer Fall war, aber gewisse Gruppen haben hier doch ein Risiko.

Zweitens für diejenigen, die schlicht und ergreifend Angst haben, so wie man Angst vor Spinnen, Fahrstühlen oder dem Fliegen hat. Dafür kann niemand etwas, und mit diesen Menschen muss man behutsam umgehen.

Alle anderen finden bei mir keinerlei Verständnis für ihre Impfverweigerung!

Abschließend noch ein Wort zu der Ansicht mancher Christen, man dürfe sich nicht impfen lassen, weil der Impfstoff auf abgetriebenen Föten basiere.

Ich will darüber nicht urteilen; festzuhalten wäre jedoch, dass hier keinesfalls ein Kind extra abgetrieben worden ist, um einen Impfstoff oder Ähnliches zu generieren. Weiterhin betrifft dieses Thema nicht alle verfügbaren Impfstoffe. Und generell sollte man sich dessen bewusst sein, dass man, wenn man solche Maßstäbe an die gesamte Lieferkette unserer üblichen Nahrung anlegte, wohl relativ schnell ein Problem hätte.

Ob das alles noch etwas mit Bibel und Christentum zu tun hat?

Ja, hat es. Und zwar deshalb, weil das Argument, man sei ja für seinen eigenen Körper verantwortlich, eben nicht greift, solange es die beschriebene Gruppe eins gibt, die man infizieren könnte, und diejenigen, bei denen der Impfstoff nicht wirksam ist (sogenannte „Impfdurchbrüche“).

Es geht also kein Weg vorbei, dass wir alle weiterhin Verantwortung für unsere Mitmenschen tragen. Und gibt es nach der Verantwortung für das Seelenheil eine größere Verantwortung als die für das (irdische) menschliche Leben?

Diesbezüglich ist es übrigens auch vollkommen irrelevant, inwieweit auch Geimpfte das Virus noch weitertragen können. Ob die sogenannte 2G-Regel in dieser Hinsicht sinnvoll ist, bezweifle ich auch und würde eher dafür plädieren, dass auch Geimpfte weiterhin regelmäßig getestet werden sollten.

Allerdings aufgrund der Einschränkungen der Wirksamkeit der Impfstoffe – es war ja von Anfang an bekannt, dass es hier keine hundert Prozent Sicherheit gibt, und durch diese unsägliche Delta-Variante hat sich das weiter nach unten bewegt – so zu tun, als könne man sich die Impfung generell schenken, ist völlig unsinnig.

Aber schauen wir wieder in Gottes Wort, insbesondere für die, die mit den obigen Berechnungen nichts anfangen können oder sich einfach nicht überzeugen lassen wollen.

Der aus meiner Sicht entscheidende Vers steht im Römerbrief:

„Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen (Römer 8,28)!“

Ich habe bereits vor längerer Zeit bekundet, dass dieser Vers in Verbindung mit den weiter oben zitierten Aufforderungen für mich eine klare Verpflichtung darstellt, mich notfalls als Versuchskaninchen für die Impfung zur Verfügung zu stellen – wurde jedoch nicht gefragt.

Ist das abwegig?

Ist das zu radikal?

Ganz sicher nicht! Man muss sich nur vor Augen halten, wie Gott sein Reich auf dieser Welt aufrichten will: nicht mit dem Schwert, nicht mit AfD-Gesetzen, sondern mit der anderen Wange und der zweiten Meile.

Jesus Christus starb selbst für alle Menschen; wir haben die Aufforderung, ihm ähnlicher zu werden. Damit ist gewiss nicht gesagt, dass wir aktiv und vorsätzlich für irgendjemanden in den Tod gehen sollen. Aber wenn wir uns vor Augen halten, was für eine geistliche Tiefe diese kurze Stelle aus Römer 8 besitzt, ist dann der Weg tatsächlich nicht klar? Ist dann nicht klar, dass wir uns hinunter in die Arena begeben sollen, um zu kämpfen, anstatt oben der Tribüne sitzenzubleiben, den Gladiatoren zuzuschauen und mit klugen Worten und Popcorn in der Hand ihre Leistungen zu kritisieren?

Für mich ist es jedenfalls vollkommen klar!

Eine Schwester, mit der ich dieses Thema kürzlich diskutierte, wandte ein, dass die Verheißung aus Römer 8 dann doch auch für mit dem Virus Infizierte gelten müsse.

Womöglich ist dieser Gedanke jetzt auch dem einen oder anderen Leser durch den Kopf geschossen – und er ist absolut richtig. Selbstverständlich gilt diese Verheißung auch für die Gläubigen, die das Virus erwischt. Natürlich!

Aber das kann doch nie und nimmer heißen, dass man damit spielen und durch Verweigern der Impfung und der Inkaufnahme des Infektionsrisikos gewissermaßen selbst entscheiden darf, auf welche Art und Weise man Gottes Zusicherung in Anspruch nimmt. Verdrehter geht es doch nicht, zumal wir ja wie oben gesehen auch noch die Verantwortung für die anderen haben. Und ganz nebenbei müssten wir bei einer solchen Betrachtungsweise alles, was wir zur Erhaltung des Lebens tun, infrage stellen, und den Barmherzigen Samariter könnten wir aus der Bibel streichen!

Abschließend hoffe ich, sachlich und ohne Polemik aufgezeigt zu haben, was die Bibel uns über den Umgang mit der Corona-Pandemie zu sagen hat – wie immer bin ich von ihrer Zeitlosigkeit und ihrer Fähigkeit, wirklich zu allen denkbaren Situationen klare Anweisungen zu formulieren, restlos begeistert.

 

2021-09-24T14:08:06+02:00