Die Lehre des Heils und der Semipelagianismus von Prof. Dr. Adam Harwood, USA

Die Lehre des Heils und der Semipelagianismus

Dr. Adam Harwood, USA

Übersetzt von Georg, Walter

 

Vorbemerkung zu folgendem Artikel

Viele (nicht alle) Calvinisten erhoben wiederholt den Vorwurf an Nichtcalvinisten wie Arminianer, dass sie bestenfalls Semipelagianer oder schlimmstenfalls Pelagianer[1] seien. Nur wer die calvinistische Soteriologie (Lehre vom Heil) vertrete, stehe auf biblischem Boden. Es wird allzu oft in unterschiedlichen theologischen Lagern mit Übertreibungen und Vereinfachungen argumentiert, die allenfalls nur noch Karikaturen der jeweiligen Theologie sind. Selbstkritisch schreibt der Calvinist Michael Horton hinsichtlich übertriebener Darstellungen über den Arminianismus aus seinem eigenen theologischen Lager: „… Calvinisten sollten Warmherzigkeit für Arminianer hegen, wenn diese fälschlicherweise angegriffen werden, als ,Pelagianer‘ die Gnade zugunsten einer Werkgerechtigkeit zu leugnen. Keiner von uns ist immun, was die Versuchung falscher Anschuldigungen angeht …“[2]

Unter den Südlichen Baptisten kam es Anfang der 2000er Jahre zu einer Kontroverse zwischen Calvinisten und Nichtcalvinisten. Um den innerbaptistischen Streit in dieser Frage zwischen calvinistisch geprägten (eine Minderheit von ca. 30 %) und nicht-calvinistisch orientierten Baptisten zu schlichten und eine Spaltung abzuwenden, wurde im Jahre 2012 die Erklärung Statement of the Traditional Southern Baptist Understanding of God’s Plan in Salvation (Erklärung der Südlichen Baptisten zum traditionellen Verständnis von Gottes Heilsplan) verabschiedet und von mehr als 650 Südlichen Baptisten, einschließlich sechs ehemaliger Präsidenten und zwei Präsidenten eines Seminars der Südlichen Baptisten, unterzeichnet. Das Dokument vertritt eine nicht-calvinistische Sichtweise der Errettung.

Adam Harwood schrieb im Zuge dieser innerbaptistischen Kontroverse einen exzellenten und lesenswerten Artikel, der deutlich macht, wie leichtfertig und ungerechtfertigt mit theologischen Etiketten umgegangen wird. Wer die calvinistische Lehre vom Heil nicht akzeptiert, ist bei Weitem noch kein Semipelagianer. Obgleich der Kontext des Artikels die Lehrfragen unter Südlichen Baptisten beleuchtet, sind die Inhalte auf die allgemeinen Diskussionen zwischen Calvinisten und Nichtcalvinisten/Arminianern übertragbar.

Ist das traditionelle Glaubensbekenntnis der Südlichen Baptisten semipelagianisch?

Adam Harwood

Eine falsche Anklage zu widerlegen, kann sich als schwierig erweisen. Betrachten Sie zum Beispiel den McCarthyismus in den 1950er Jahren. Eine Person, die öffentlich beschuldigt wurde, der Kommunistischen Partei anzugehören, hatte große Mühe, diese Anschuldigung zu entkräften. „Sie sind ein Kommunist. Beweisen Sie, dass Sie kein Kommunist sind!“ Wie kann man einen solchen Vorwurf widerlegen? Diejenigen, die die Erklärung „A Statement of the Traditional Southern Baptist Understanding of God’s Plan of Salvation“ (im Folgenden TS) bejahen, befinden sich in einer ähnlichen Situation. Es wurde die Behauptungen aufgestellt, die Erklärung TS sei semipelagianisch oder es scheine zumindest, semipelagianisch zu sein. Dieses Kapitel versucht, diese Behauptung auf vier Arten zu widerlegen. Zunächst werden historische und theologische Definitionen des Semipelagianismus angeführt, und es wird gezeigt, dass diese Definitionen im Widerspruch zur Erklärung TS stehen. Zweitens wird gezeigt, dass die theologischen Aussagen, die auf dem Zweiten Konzil von Oranien (529) aufgestellt wurden, die Erklärung TS nicht als unbiblisch beanstanden. Drittens legt der historisch-theologische Kontext des Semipelagianismus des fünften Jahrhunderts nahe, dass die historische Debatte in keinem Zusammenhang mit dem aktuellen Gespräch der Südlichen Baptisten in Bezug auf die Erklärung TS steht. Viertens, die Irrtümer einer früheren Bewertung der Erklärung TS werden dargelegt.

Historische und theologische Definitionen des Semipelagianismus, die im Widerspruch zum traditionellen Dokument TS stehen

Laut The Oxford Dictionary of the Christian Church lehrte der Semipelagianismus, „dass die ersten Schritte zum christlichen Leben gewöhnlich durch den menschlichen Willen getan werden und dass die Gnade erst später hinzukommt.“[3] Das Dokument TS führt ausdrücklich Argumente gegen diese Auffassung an. Betrachten Sie diese Aussage in Artikel 2: „Während niemand auch nur im Entferntesten in der Lage ist, durch eigene Anstrengung Erlösung zu erlangen, wird kein Sünder gerettet außer durch eine freie Antwort auf das Ziehen des Heiligen Geistes durch das Evangelium.“ Artikel 2 sagt eindeutig aus, dass Sünder durch eine freie Antwort auf das Ziehen des Heiligen Geistes durch das Evangelium gerettet werden. Das Wirken des Heiligen Geistes, wie es in der Erklärung TS beschrieben wird, ereignet sich vor der Reaktion des Sünders. In diesem Sinne verwirft die Erklärung TS das semipelagianische Verständnis, wonach ein Sünder die ersten Schritte zum christlichen Leben tut.

Das Evangelical Dictionary of Theology zeigt, dass der Begriff semipelagianisch erstmals 1577 auftauchte, um die Lehrauffassung des fünften Jahrhunderts zu erläutern, die die pelagianische Theologie ablehnte und Augustinus folgte, jedoch einige seiner Schlussfolgerungen zurückwies. Die Semipelagianer des 5. Jahrhunderts „erklärten, dass der völlig freie Wille den anfänglichen Akt des Glaubens initiiert.“ Die ausschlaggebende Aussage der semipelagianischen Theologie ist die „Priorität des menschlichen Willens vor der Gnade Gottes zu Beginn des Heilswerkes.“[4] Artikel 4 der Erklärung TS widerspricht dieser Auffassung: „Wir bekräftigen, dass es sich bei der Gnade um die großzügige Entscheidung Gottes handelt, jedem Menschen das Heil anzubieten, indem Gott vollumfänglich die Initiative ergreift, um dem Menschen Erlösung zu bringen.“ Die Erklärung TS legt dar, dass Gott „vollumfänglich die Initiative ergreift, um dem Menschen Erlösung zu bringen.“ Damit räumt die Erklärung TS in Bezug auf das „anfängliche Heilswerk“ dem menschlichen Willen in keiner Weise Priorität ein.

In dem Buch Integrative Theology von Lewis und Demarest heißt es: „Semipelagianer behaupten, dass Sünder den ersten Schritt zur Errettung tun, indem sie sich entscheiden, Buße zu tun und zu glauben.“ Ferner „kann die semipelagianische Auffassung von Errettung in der Aussage zusammengefasst werden: ,Ich ergriff die Initiative zu kommen, und Gott half mir.‘“ Die Vorstellung, dass Sünder ohne die Gnade Gottes ihre Errettung initiieren, wird von der Erklärung TS verworfen. Betrachten Sie nochmals Artikel 2: „Während niemand auch nur im Entferntesten in der Lage ist, durch eigene Anstrengung Erlösung zu erlangen, wird kein Sünder gerettet außer durch eine freie Antwort auf das Ziehen des Heiligen Geistes durch das Evangelium.“[5] Auch diese Aussage aus Artikel 4 muss erneut angeführt werden: „Wir bekräftigen, dass es sich bei der Gnade um die großzügige Entscheidung Gottes handelt, jedem Menschen das Heil anzubieten, indem Gott vollumfänglich die Initiative ergreift, um dem Menschen Erlösung zu bringen.“ Die Erklärung TS lehrt klar, dass Sünder „nicht den ersten Schritt zur Errettung tun. Vielmehr ergreift Gott die vollumfängliche Initiative, um dem Menschen Erlösung zu bringen.“ Artikel 8 erklärt, dass „Gottes gnädiger Ruf zur Errettung“ durch „den Heiligen Geist durch das Evangelium“ erfolgt. Sünder werden errettet, indem sie auf das Ziehen des Heiligen Geistes durch das Evangelium reagieren.

Eine weitere Definition, eine aus der reformierten Tradition, wird an dieser Stelle angeführt, um das Argument zu untermauern, dass es einen breiten Konsens in Bezug auf die Definition des Semipelagianismus gibt. Das Westminster Dictionary of Christian Theology definiert den Semipelagianismus als: „Ein Begriff, der verwendet wurde, um mehrere Theologien zu beschreiben, von denen angenommen wurde, dass sie davon ausgehen, der erste Schritt auf Gott hin erfolge durch menschliche Anstrengung ohne den Beistand der Gnade.“[6] Diese Definition stimmt mit den bereits angeführten überein und steht im Widerspruch zu den Aussagen der Erklärung TS, wie oben gezeigt wurde. Die folgende Übersicht veranschaulicht die Ergebnisse:

Definitionen des Semipelagianismus

 

 

Die Erklärung TS verneint den Semipelagianismus
„Die ersten Schritte zum christlichen Leben werden gewöhnlich durch den menschlichen Willen getan, und die Gnade kommt erst später hinzu.“

 

Oxford Dictionary of the Christian Church

 

„Der völlig freie Wille initiiert den anfänglichen Akt des Glaubens,“ und die „Priorität des menschlichen Willens vor der Gnade Gottes zu Beginn des Heilswerkes.“

 

Evangelical Dictionary of Theology

 

„Semipelagianer behaupten, dass Sünder den ersten Schritt zur Errettung tun, indem sie sich entscheiden, Buße zu tun und zu glauben.“ Ferner, „die semipelagianische Auffassung von Errettung kann in der Aussage zusammengefasst werden: ,Ich ergriff die Initiative zu kommen, und Gott half mir.‘“

 

Integrative Theology

 

„Ein Begriff, der verwendet wurde, um mehrere Theologien zu beschreiben, von denen angenommen wurde, dass sie davon ausgehen, der erste Schritt auf Gott hin erfolge durch menschliche Anstrengung ohne den Beistand der Gnade.“

 

Westminster Dictionary of Christian Theology

 

„Während niemand auch nur im Entferntesten in der Lage ist, durch eigene Anstrengung Erlösung zu erlangen, wird kein Sünder gerettet außer durch eine freie Antwort auf das Ziehen des Heiligen Geistes durch das Evangelium.“

 

Artikel 2

 

„Wir bekräftigen, dass es sich bei der Gnade um die großzügige Entscheidung Gottes handelt, jedem Menschen das Heil anzubieten, indem Gott vollumfänglich die Initiative ergreift, um dem Menschen Erlösung zu bringen.“

 

Artikel 4

 

„Gottes gnädiger Ruf zur Errettung“ erfolgt durch „den Heiligen Geist durch das Evangelium.“

 

Artikel 8

Die Lehrregeln des Zweiten Konzils von Oranien stellen keine Verurteilung des Dokuments TS als unbiblisch dar

Unmittelbar nach der Veröffentlichung der Erklärung TS wurde der Vorwurf ins Netz gestellt, das Dokument TS bejahe semipelagianische Auffassungen. Eine Reihe der Online-Artikel berief sich auf das Zweite Konzil von Oranien (529 n. Chr.). Der Vorwurf auf der Grundlage des Konzils von Oranien, der sich an die Erklärung TS richtet, wird auf zweifache Weise beantwortet.[7] Erstens, die Lehrregeln des Konzils werden mit dem Dokument TS verglichen. Zweitens, die These einer historischen Studie über diese Kontroverse des 5. Jahrhunderts wird in Betracht gezogen. In beiden Fällen soll gezeigt werden, dass die Lehrregeln des Zweiten Konzils von Oranien das Dokument TS nicht als unbiblisch verwerfen.

Die Lehrregeln des Konzils im Vergleich zum Dokument TS

Zu Beginn ist es wichtig zu verstehen, dass das Zweite Konzil von Oranien für die Südlichen Baptisten nicht maßgebend ist. Die Beschlüsse des Konzils befassten sich mit den Unterschieden zwischen westlicher und östlicher Theologie in der Frage der Willensausübung im Kontext des klösterlichen Lebens (siehe den nächsten Abschnitt in diesem Kapitel) ein Jahrtausend vor Entstehung der baptistischen Tradition. Selbst wenn die Entscheidungen von Oranien für die Südlichen Baptisten verbindlich wären, würde sich die Frage stellen, inwiefern die Erklärung TS im Widerspruch zu diesen Konzilsbeschlüssen stehen würde? Die Beschlüsse wurden in Form von Lehrregeln (Kanones) abschließend zusammengefasst.[8] Vergleicht man die Lehrregeln des Konzils von Oranien mit der Erklärung TS, kann gezeigt werden, dass es sowohl Übereinstimmungen als auch Widersprüche zwischen den Dokumenten gibt. Ferner, bei den Unterschieden zwischen den Dokumenten handelt es sich um theologische Unterschiede, die sich aus der Verbindlichkeit des Dokuments zum baptistischen Glaubensbekenntnis ergeben (BFM: Baptist Faith and Message). Es folgen fünf Antworten auf den Vorwurf des Semipelagianismus auf Grundlage des Konzils von Oranien.

  • Die Südlichen Baptisten lehnen die Wiedergeburt durch die Taufe (Errettung durch die Wassertaufe) ab. Aber die Wiedergeburt durch die Taufe wurde von diesem Konzil bekräftigt. Kanon 5 bezieht sich auf „die Wiedergeburt durch die heilige Taufe.“ Auch in Kanon 13 heißt es: „Die Freiheit des Willens, die im ersten Menschen zerstört wurde, kann nur durch die Gnade der Taufe wiederhergestellt werden.“ Die Lehrregeln von Oranien sind nicht mit dem BFM vereinbar. Allein schon aus diesem Grund sollte das Konzil für die Südlichen Baptisten nicht als bindend angesehen werden.
  • Kanon 4 spricht vom Wirken des Heiligen Geistes. In Artikel 2 des Dokuments TS heißt es: „Wir verneinen, dass der Sünder durch etwas anderes errettet wird als durch eine freie Antwort auf das Wirken des Heiligen Geistes durch das Evangelium.“ Dieser Satz bejaht eindeutig das Wirken des Heiligen Geistes, der den Sünder durch das Evangelium zieht.
  • Kanon 5 verneint, dass der Glaube „uns von Natur zu eigen ist und nicht eine Gabe der Gnade ist.“ Die Erklärung TS behauptet nicht, dass der Glaube von Natur aus dem Menschen zu eigen ist. Vielmehr heißt es in Artikel 4, dass wir durch Gottes Gnade „mit Christus im Heiligen Geist durch Glauben“ vereint sind. Das bedeutet, dass die Vereinigung einer Person mit Christus durch Gottes Gnade (eine Gabe) und durch den Heiligen Geist geschieht. Diese Aussage verneint jede Vorstellung, dass der Glaube „von Natur aus uns zu eigen ist.“
  • Kanon 6 bekräftigt, dass die Barmherzigkeit Gottes ein Geschenk der Gnade Gottes ist. Das gilt auch für das Dokument TS. Betrachten Sie Artikel 4 der Erklärung TS: „Wir bekräftigen, dass es sich bei der Gnade um die großzügige Entscheidung Gottes handelt, jedem Menschen das Heil anzubieten, indem Gott vollumfänglich die Initiative ergreift, um dem Menschen Erlösung zu bringen.“ Artikel 4 der Erklärung TS besagt eindeutig, dass die Errettung ein Geschenk der Gnade Gottes ist und dass Gott die Initiative ergreift, dem Menschen Erlösung zu bringen.
  • In Kanon 6 heißt es: „Durch das Wirken und die Inspiration des Heiligen Geistes in uns haben wir den Glauben, den Willen oder die Kraft, alle die Dinge zu tun, die wir tun sollten.“ Kanon 7 betont dies, dass niemand durch „Zustimmung zur Verkündigung des Evangeliums durch unsere natürlichen Kräfte ohne die Erleuchtung und Inspiration des Heiligen Geistes errettet werden kann.“ Durch die Wiedergeburt muss das Wirken des Heiligen Geistes im Verständnis des Sünders erkannt werden. Das Dokument TS bezieht sich wiederholt auf das Wirken des Heiligen Geistes, der den Sünder zur Buße und zum Glauben an Christus leitet. Betrachten Sie diese Aussagen in der Erklärung TS:

Artikel 2: „Während niemand auch nur im Entferntesten in der Lage ist, durch eigene Anstrengung Erlösung zu erlangen, wird kein Sünder gerettet außer durch eine freie Antwort auf das Ziehen des Heiligen Geistes durch das Evangelium.“

Artikel 4: „Wir bekräftigen, dass es sich bei der Gnade um die großzügige Entscheidung Gottes handelt, jedem Menschen das Heil anzubieten, indem Gott vollumfänglich die Initiative ergreift, um dem Menschen Erlösung zu bringen.“

Artikel 5: „Wir bekräftigen, dass jede Person, die auf das Evangelium mit Buße und Glauben antwortet, durch die Kraft des Heiligen Geistes wiedergeboren wird. Er ist eine neue Schöpfung in Christus und tritt in dem Augenblick, in dem er glaubt, in das ewige Leben ein.“

Artikel 8 „Gottes gnädiger Ruf zur Errettung“ erfolgt durch „den Heiligen Geist durch das Evangelium.“

Das Dokument TS erkennt klar die Notwendigkeit an, dass der Heilige Geist in diesem Werk Gottes tätig ist, um einen Sünder vom Tod zum Leben zu bringen. Es ist unklar, wie der Vorwurf aufrechterhalten werden könnte, das Dokument TS vertrete eine andere Lehre.

Diese Vergleiche zeigen, dass es weder hilfreich noch zutreffend ist, auf der Grundlage der Kanones des Konzils von Oranien der Erklärung TS vorzuwerfen, sie vertrete den Semipelagianismus. Als nächstes wird der historisch-theologische Kontext des Semipelagianismus des fünften Jahrhunderts betrachtet, um zu untersuchen, ob dieser in Übereinstimmung mit dem Dokument TS ist.

Der historisch-theologische Kontext des Semipelagianismus

Rebecca Harden Weaver veröffentlichte ihre Dissertation in der North American Patristic Society unter dem Titel Divine Grace and Human Agency: A Study of the Semi-Pelagian Controversy (Göttliche Gnade und menschliches Wirken: Eine Studie zur semipelagianischen Kontroverse). Weavers sorgfältige historisch-theologische Analyse liefert einen zwingenden Beweis dafür, dass die Beschlüsse des Zweiten Konzils von Oranien (529) die Lehrauffassungen der Gegner falsch dargestellt hatten. Mit anderen Worten: Die Semipelagianer des 5. Jahrhunderts vertraten nicht die Lehren, die man ihnen unterstellte. Wenn dies der Fall ist, dann ist jede Berufung auf die Kanones von Oranien gegen das Dokument TS hinfällig.[9]

Die Semipelagianer, deren Ansichten am besten in den Schriften von Johannes Cassianus deutlich werden, verstanden die Erlösung als Kampf um Vervollkommnung ihrer klösterlichen Disziplinen. Welche Gruppe der Südlichen Baptisten definiert das Heil im Sinne des östlichen Mönchtums? Keine. Im fünften Jahrhundert stellten die Mönche des Ostens die Frage, wie Gott das geistliche Leben, abgesehen von der Ausübung des menschlichen Willens, beurteilen und belohnen würde. Die Antwort des Augustinus (und die spätere Entscheidung des Zweiten Konzils von Oranien) war eine Antwort auf diese Frage des klösterlichen Kampfes um Vollkommenheit und stellt demzufolge keine Antwort auf die zeitgenössischen Südlichen Baptisten dar, die in Bezug auf den Calvinismus unterschiedliche Auffassungen vertreten.

Schlussfolgerung in Bezug auf das Zweite Konzil von Oranien

Zeitgenössische Südliche Baptisten, die das Zweite Konzil von Oranien als ein Modell für die Diskussion des Calvinismus innerhalb des Südlichen Baptistenbundes betrachten, werden enttäuscht sein. Erstens bestätigte das Konzil die Wiedergeburt durch die Taufe (Errettung durch Wassertaufe), was mit dem BFM unvereinbar ist. Zweitens hat das Konzil die Frage, ob bestimmte Menschen von Gott zur Errettung vorherbestimmt sind, nicht gelöst. Drittens, wenn Weaver mit ihrer Rekonstruktion historischer Ereignisse richtig liegt, dann hat sich das Konzil mit der semipelagianischen Auffassung von Vollkommenheit der Heiligen und nicht mit der Errettung der Sünder befasst. In diesen drei Punkten treffen die Kanones, die sich gegen den Semipelagianismus richteten, nicht auf das Dokument TS zu.

Eine frühe Bewertung des Dokuments TS

Weniger als eine Woche nach ihrer Veröffentlichung kommentierte Roger Olson, Theologieprofessor am Truett Seminary in Waco, Texas, das Dokument TS. In seinem Blog-Beitrag machte er drei Fehler, bevor er zu dem Schluss kam, dass bestimmte Aussagen in Artikel 2 „semipelagianisch interpretiert werden können.“[10] Erstens beginnt er mit einer falschen Prämisse, die in einer falschen Schlussfolgerung endet. Zweitens, Olson verbindet die Erklärung TS mit Personen, die eine wichtige Aussage des Dokuments bestreiten, welche das Papier jedoch bejaht. Drittens zieht Olson den falschen Schluss aus dem Umstand, die göttliche Initiative werde verneint, nur weil nicht auf eine arminianische Formulierung zurückgegriffen wurde. Auf jeden dieser Fehler wird im Folgenden näher eingegangen. Wenn Olson sich in seiner Einschätzung des Dokuments TS geirrt hat, dann müsste seine Behauptung, das Dokument könne semipelagianisch interpretiert werden, als unzutreffend betrachtet werden.

Mit einer falschen Prämisse zu beginnen, führt zu einer falschen Schlussfolgerung

Olson geht bei seinem Vorwurf, das Dokument TS könne semipelagianisch interpretiert werden, von einer falschen Prämisse zu einer falschen Schlussfolgerung über. Erstens geht er fälschlicherweise davon aus, dass sich die Südlichen Baptisten auf nur zwei biblische Optionen beschränken, was die Themen in Artikel 2 (TS) angeht: Calvinismus und Arminianismus. Zweitens stellt Olson fest, dass in Artikel 2 zwei theologische Konzepte, die in den Debatten zwischen Calvinisten und Arminianern verwendet werden, nicht berücksichtigt werden. Arminianer erkennen die Knechtschaft des Willens an und begegnen ihm mit vorlaufender Gnade. Da Artikel 2 sowohl das Problem (Knechtschaft des Willens) als auch die Lösung (vorlaufende Gnade) nicht behandelt, sollte Artikel 2 weder als calvinistisch noch als arminianisch betrachtet werden. Olsons Irrtum besteht darin, dass er den Semipelagianismus als einzige andere Option betrachtet. Muss man zwischen Arminianismus oder Calvinismus wählen, um christliche Wahrheiten zu bekräftigen? Olson zufolge, ja.

Olson liegt falsch, wenn er diesem arminianisch-calvinistischen Theologie-Raster folgt. Artikel 2 geht nicht auf die Knechtschaft des Willens ein, weil eine solche Auffassung zu einem philosophisch-theologischen System gehört, das eine klare Lektüre der Heiligen Schrift behindert.[11] Solche Lehrauffassungen sind für Artikel 2 weder hilfreich noch notwendig. Das Dokument TS fasst die biblische Lehre über die Auswirkungen der Sünde auf Menschen zusammen, ohne die Knechtschaft des Willens zu diskutieren. In welcher Weise? Lehraussagen, die den calvinistisch-arminianischen Kontext hinter sich lassen, müssen sich nicht auf Lehren berufen, die für diese Denksysteme charakteristisch sind, wie etwa die Lehre der Knechtschaft des Willens. Es ist nicht hinreichend zu argumentieren, das Dokument TS versäume es, die Begriffe Knechtschaft des Willens und vorlaufende Gnade zu verwenden. Um zu beweisen, dass die Erklärung TS unbiblisch ist, muss nachgewiesen werden, dass die Aussagen der Bibel diesem Dokument widersprechen. Olson hat nicht versucht, in dieser Weise zu argumentieren.

Olsons falsche Prämisse ist, dass das Dokument TS, eine ausgesprochen südbaptistische Lehraussage, auf der Basis einer arminianischen Lehre (vorlaufende Gnade) argumentieren muss, um Antworten auf eine Lehre zu geben, die die calvinistisch-arminianische Debatte über den Willen betrifft. Andernfalls, so folgert er fälschlicherweise, sei das südbaptistische Dokument semipelagianisch. Befürworter des Dokuments TS lehnen diese Vorstellung ab, Baptisten müssten bei Arminianern Anleihen machen, um sich gegen Calvinisten zu verteidigen.

Die Erklärung TS wird fälschlicherweise mit Personen in Verbindung gebracht, die eine wichtige Aussage des Dokuments verneinen

Olson verbindet das Dokument TS mit Personen, die die göttliche Initiative zur Erlösung leugnen, während das Dokument TS hingegen ausdrücklich die göttliche Initiative im Heilsgeschehen bejaht. In seinem Blog-Artikel schreibt Olson:

Die Erwähnung in der Erklärung, dass „der Heilige Geist durch das Evangelium zieht“ … kann auf semipelagianische Weise interpretiert werden. Semipelagianer wie Philip Limborch, und (zumindest in einigen seiner Schriften) Charles Finney, bekräftigten die Notwendigkeit des Evangeliums und des erleuchtenden Wirkens des Heiligen Geistes durch das Evangelium für die Errettung. Was sie zu Semipelagianern machte, war ihre Verleugnung oder Vernachlässigung der göttlichen Initiative zur Errettung (mit Ausnahme der Botschaft des Evangeliums).[12]

Olson behauptet, dass „das Werk des Heiligen Geistes, Sünder durch das Evangelium zur Erlösung zu ziehen … semipelagianisch interpretiert werden kann.“ Wie kann das sein? Olson erklärt, dass Limborch und Finney, die er als Semipelagianer bezeichnet, die Notwendigkeit des Heiligen Geistes und des Evangeliums bekräftigt haben. An diesem Punkt hat Olson lediglich festgestellt, dass jede Lehraussage, die die Notwendigkeit bejaht, dass der Heilige Geist das Evangelium gebraucht, um Sünder zu bekehren, als semipelagianisch angesehen werden sollte. Das würde sowohl das Dokument TS als auch die BFM einschließen. Aber Olson fährt fort: „Was sie zu Semipelagianern machte…“ Es ist unklar, auf wen sich Olson bezog. Olson bezieht sich wahrscheinlich nicht auf die Befürworter des Dokuments TS, sondern auf Limborch und Finney. Also: „Was [Limborch und Finney] zu Semipelagianer machte, war ihre Verleugnung oder Vernachlässigung der göttlichen Initiative zur Erlösung.“ Dennoch deutet Olson an, dass das Dokument TS, wenn es die göttliche Initiative leugnet oder verkürzt, als semipelagianisch angesehen werden müsse. Doch das Dokument TS bejaht die göttliche Initiative zur Erlösung. Auf diese Weise ist der Vorwurf Olsons, das Dokument TS sei semipelagianisch, hinfällig.

Der fehlende Bezug zu einem arminianischen Lehrsatz verneint nicht die göttliche Initiative

In seinem Blogbeitrag zu Artikel 2 schreibt Olson:

Das Problem mit dieser Aussage der Südlichen Baptisten ist ihre zu schwache Betonung der Notwendigkeit der vorlaufenden übernatürlichen Gnade für die Ausübung positiver Willensfreiheit gegenüber Gott (einschließlich der Annahme des Evangeliums durch den Glauben). Wenn die Autoren an diese kardinale biblische Wahrheit glauben, müssen sie sie klarer formulieren. Und sie müssen den Satz streichen, der die Unfreiheit des Willens aufgrund der Sünde Adams leugnet. Wenn man die Aussage so belässt, wie sie ist, ohne eine klare Bekräftigung der Knechtschaft des Willens zur Sünde und ohne einen Hinweis auf die übernatürliche Gnade, gibt man den Calvinisten unweigerlich Munition in die Hand, um sie gegen nichtcalvinistische Baptisten einzusetzen.[13]

Olson identifiziert „das Problem mit der Aussage der Südlichen Baptisten“ als „zu schwache Betonung der Notwendigkeit der vorlaufenden übernatürlicher Gnade.“ Zuvor bemerkte Olson, das Problem mit Limborch und Finney sei ihre „Verleugnung oder Vernachlässigung der göttlichen Initiative zur Errettung.“ Olson hat nicht nachgewiesen, dass das Dokument TS die göttliche Initiative zur Errettung leugnet oder zu schwach betont.

Aber Olson ist offenbar der Meinung, dass dies der Fall ist, da das Dokument TS „die vorlaufende übernatürlicher Gnade“ nicht erwähnt.

Es stimmt, dass das Dokument TS diese arminianische Formulierung „vorlaufende übernatürliche Gnade“ nicht verwendet. Aber jede Sorge, dass Artikel 2 die Betonung der Gnade Gottes vernachlässigt, sollte durch die folgenden Erklärungen im Dokument TS zerstreut werden:

„… kein Sünder wird gerettet, außer durch eine freie Antwort auf das Ziehen des Heiligen Geistes durch das Evangelium.“ Artikel 2, Absatz 4

„Wir bekräftigen, dass es sich bei der Gnade um die großzügige Entscheidung Gottes handelt, jedem Menschen das Heil anzubieten, indem Gott vollumfänglich die Initiative ergreift, um dem Menschen Erlösung zu bringen.“ Artikel 4, Absatz 1

Diese Aussagen der Erklärung TS genügen weder Calvinisten noch Arminianern, denn in Artikel 2 wird weder die Unfreiheit des Willens noch die vorlaufende Gnade erwähnt. Der Grund dafür, dass die theologische Sprache des Calvinismus und Arminianismus nicht verwendet wird, ist einfach. Das Dokument TS beschreibt die Theologie der Südlichen Baptisten, die sich mit keinem dieser beiden theologischen Systeme identifizieren.

Olsons engagiertes und intensives Studium des calvinistisch-arminianischen Hintergrunds über einen längeren Zeitraum hinweg kann sich sowohl als Hilfe als auch als Hindernis erweisen. Hilfreiche Hinweise finden sich in Olsons neueren Publikationen. Sie sind eine meisterhafte Erklärung des Arminianismus. Eine weitere Publikation ist eine vernichtende Kritik des Calvinismus. Diese Bücher sind hervorragend.[14] Leider können hilfreiche Elemente zu einem Hindernis werden. Olson ordnet nun alle Lehrströmungen in eine von nur drei Schubladen ein: Calvinismus, Arminianismus und Unbiblisches. Da die Präambel des Dokuments TS erklärt, dass sie durch den zunehmenden Einfluss des Calvinismus innerhalb der Südlichen Baptisten verursacht wurde, überspringt Olson die Calvinismus-Schublade. Als nächstes versuchte er, das Dokument TS in die arminianische Schublade abzulegen. Da das Dokument TS weder Stellung zur Knechtschaft des Willens bezieht, noch die vorlaufende Gnade erwähnt, wusste Olson, dass es nicht in die arminianische Schublade passen würde. Olson argumentierte, das Dokument TS müsse in die dritte Schublade „Unbiblisches“ passen. Aber, wie oben argumentiert, wäre das nur dann der Fall, wenn man die Prämisse akzeptiert, dass es nur drei Optionen gibt: Calvinismus, Arminianismus und Unbiblisches. Das Dokument TS spiegelt jedoch eine vierte Option wider, die Theologie der Südlichen Baptisten, die die Treue zur Bibel beibehält, aber bestimmte Bezugnahmen sowohl auf den Calvinismus als auch auf den Arminianismus nicht vornimmt.

Zusammenfassung

Die von Olson vorgebrachte Behauptung wurde schließlich von einem Präsidenten des Seminars der Südlichen Baptisten wiederholt, der schrieb, das Dokument TS scheine den Semipelagianismus zu bestätigen.[15] In diesem Kapitel wurde der Vorwurf in vierfacher Weise widerlegt. Zunächst wurden Standarddefinitionen des Semipelagianismus angeführt, die im Widerspruch zu den Aussagen der Erklärung TS stehen. Zweitens wurde der Vorwurf, das Dokument TS sei aufgrund der Lehrregeln des Zweiten Konzils von Oranien als unbiblisch zu betrachten, entkräftet. Drittens lässt der historisch-theologische Kontext der Debatte des 5. Jahrhunderts keinen Zusammenhang mit der aktuellen Diskussion über das Dokument TS erkennen. Viertens wurden bei einer frühen Beurteilung der Erklärung TS bestimmte Fehler aufgedeckt.

Das Ziel dieses Kapitels war es, einen unkorrekten Vorwurf zu entkräften. Es hat sich auf verschiedene Weise gezeigt, dass das Dokument TS dem Semipelagianismus nicht zustimmt. Vielleicht werden diejenigen, die des Semipelagianismus beschuldigt wurden, weil sie dem Dokument TS zustimmen, eines Tages ebenso entlastet werden wie diejenigen, die in den 1950er Jahren zu Unrecht des Kommunismus beschuldigt wurden.

Mit freundlicher Genehmigung von Adam Harwood.

Adam Harwood ist Professor für Theologie am McFarland-Lehrstuhl für Theologie, New Orleans Baptist Theological Seminary. Er ist auch Direktor des Baptist Center for Theology and Ministry und Herausgeber der Zeitschrift Journal for Baptist Theology and Ministry.

Der Artikel wurde zuerst im Journal for Baptist Theology and Ministry 10.1, Frühjahr 2013, S. 47-56, veröffentlicht.

URL: http://evangelicalarminians.org/wp-content/uploads/2014/03/JBTM_10-1_Spring_2013.pdf

[1] Pelagius leugnete die Notwendigkeit der Gnade und die Erbsündenlehre. Evangelikale Arminianer lehnen den Pelagianismus ebenso ab wie die Südlichen Baptisten in den USA, die sich nicht in der arminianischen Tradition sehen, sondern ihr Glaubensbekenntnis eigenständig auf der Basis der Heiligen Schrift formulierten. Mit anderen Worten, nicht jeder Nichtcalvinist ist automatisch ein Arminianer.

[2] Roger E. Olson, Against Calvinism, Zondervan: Grand Rapids, Michigan, 2011, S. 10. Michael Horton schrieb dies in einem Vorwort zum Buch seines arminianischen Freundes Roger Olson.

[3] The Oxford Dictionary of the Christian Church, 3rd ed., s. v. “Semipelagianism.”

[4] Richard Kyle, “Semi-Pelagianism,” Evangelical Dictionary of Theology, 2d ed., ed. Walter A. Elwell

(Grand Rapids: Baker Academic, 2001), 1089–90.

[5]  Gordon R. Lewis and Bruce A. Demarest, Integrative Theology (Grand Rapids: Zondervan, 1996),

3:20–21.

[6] E. J. Yarnold, “Semi-pelagianism,” The Westminster Dictionary of Christian Theology, ed. Alan Richardson

and John Bowden (Philadelphia: The Westminster Press, 1983), 536.

[7] Siehe bspw. Jeph, “My Response to ‘A Statement of the Traditional Southern Baptist Understanding of God’s Plan of Salvation,’” June 2, 2012, http://righteousbutnotyet.blogspot.com/2012/06/response-to-statement-of-traditional.html; and Joe Carter, “The FAQ’s: Southern Baptists, Calvinists, and God’s Plan of Salvation,” June 6, 2012, http://thegospelcoalition.org/blogs/tgc/2012/06/06/thefaqs-southern-baptists-calvinism-and-gods-plan-of-salvation/, who cites Chris Roberts, “Is the Statement Semi-Pelagian?” June 5, 2012, http://sbcvoices.com/is-the-statement-semi-pelagian-by-chris-roberts/ (accessed December 19, 2013).

[8] Die vollständigen Kanones hier (in englischer Sprache): http://www.

reformed.org/documents/index.html?mainframe=http://www.reformed.org/documents/canons_of_orange.html (accessed September 8, 2012).

[9] Rebecca Harden Weaver, Divine Grace and Human Agency: A Study of the Semi-Pelagian Controversy,

Patristic Monograph Series 15 (Macon, GA: Mercer University Press, 1996).

[10] Roger Olson, “Thoughts about ‘A Statement of the Traditional Southern Baptist Understanding of God’s

Plan of Salvation,’” June 4, 2012, http://www.patheos.com/blogs/rogereolson/2012/06/thoughts-about-“astatement-of-the-traditional-southern-baptist-understanding-of-gods-plan-of-salvation-”/#comments (accessed September 6, 2012). Olson kommt, ehe er das Dokument TS gelesen hat, zu dem Schluss: “Seit langer Zeit sage ich, dass die meisten amerikanischen Christen, einschließlich der meisten Baptisten, Semipelagianer sind und keine Arminianer und nicht einmal Nicht-Calvinisten.“

[11] Mehr hierzu, siehe David Allen, Ken Keathley, et al, “Neither Calvinists nor Arminians but Baptists.” White Paper 36 (September 2010), http://www.baptistcenter.net/papers/Neither_Calvinists_Nor_Arminians_But_Baptists.pdf (accessed September 3, 2012); und Eric Hankins, “Beyond Calvinism and Arminianism: Toward a Baptist Soteriology” Journal for Baptist Theology & Ministry 8.1 (Spring 2011): 87–100, available at http://baptistcenter.net/journals/JBTM_8-1_Spring_2011.pdf#page=90 (accessed

December 19, 2013).

[12] Olson, “Thoughts.”

[13] Ebd.

[14] Roger Olson, Arminian Theology: Myths and Reality (Downers Grove, IL: IVP Academic, 2006); Against Calvinism (Grand Rapids: Zondervan, 2011).

[15] Zwei Tage nach der Veröffentlichung von Olsons Artikel, kommentierte R. Albert Mohler, Präsident des Southern Baptist

Theological Seminary, das Dokument TS in einem Artikel auf seinem Blog: “Eine Reihe von Aussagen des Dokuments gehen über den Arminianismus hinaus und scheine das semipelagianische Verständnis der Sünde, der menschlichen Natur und des menschlichen Willens zu bestätigen – ein Verständnis, das nahezu alle Südlichen Baptisten verneinen.“ Siehe R. Albert Mohler, “Southern Baptists and Salvation: It’s Time to Talk,” June 6, 2012, http://www.albertmohler. com/2012/06/06/southern-baptists-and-salvation-its-time-to-talk/ (accessed September 9, 2012). Mohler führte keine Belege für seine Aussage an! Seitdem er dies geschrieben hat, hat er seinen Vorwurf weder zurückgezogen noch ihn wiederholt.

2020-08-19T18:38:26+02:00